Ldw. Kreisverband Münster fordert langfristigen Erhalt
Susanne Schulze Bockeloh: „Der Schülerspezialverkehr muss vollumfänglich erhalten bleiben, Mittelkürzungen darf es auch in Zukunft nicht geben!“
Münster <WLV> Der Landwirtschaftliche Kreisverband Münster spricht sich entschieden gegen geplante Mittelkürzungen durch die Stadt Münster für den Schülerspezialverkehr aus. „Die jetzt angedachte Fortführung des Schülerspezialverkehrs für das Schuljahr 2026/2027 ist nur eine Beruhigungspille, Verlässlichkeit sieht anders aus“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster. Der Schülerspezialverkehr wird bereits heute von fast 300 Schülerinnen und Schüler im ländlichen Raum täglich genutzt – mit deutlich steigender Tendenz in den kommenden Jahren. Für viele landwirtschaftliche und ländlich lebende Familien wie die von David Brüning und Alexander Janning wäre die Abschaffung des Spezialverkehrs mit erheblichen Nachteilen und Risiken verbunden.
„Der Schülerspezialverkehr gewährleistet seit Jahrzehnten einen verlässlichen und sicheren Transport vom Hof zur Schule und wieder zurück. Gerade im ländlichen Raum, wo Schulwege oft entlang stark befahrener Landstraßen ohne Radwegeverbindung verlaufen, ist dies ein unverzichtbarer Beitrag zur Verkehrssicherheit. Die geplanten Kürzungen hätten zur Folge, dass der Schülerspezialverkehr nicht mehr flächendeckend erhalten bleibt. Die Kinder werden dann einem deutlich erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt“, kritisiert Susanne Schulze Bockeloh die geplanten Mittelkürzungen durch den Rat der Stadt Münster scharf. „Der Schülerspezialverkehr muss vollumfänglich erhalten bleiben, Mittelkürzungen darf es auch in Zukunft nicht geben! Der Rat ist aufgerufen, den Spezialverkehr langfristig und verlässlich sicherzustellen. Bildung darf nicht vom Wohnort abhängen. Ein Wegfall des Spezialverkehrs bedeutet für zahlreiche Kinder aus Randlagen eingeschränkte oder kaum noch realisierbare Erreichbarkeit ihrer Schulen. Das gefährdet ihre Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten und steht im klaren Widerspruch zum Anspruch der Stadt Münster auf gleichwertige Lebensbedingungen in allen Stadtteilen“, so Schulze Bockeloh weiter.
Wird der Schülerspezialverkehr eingestellt, müssten zahlreiche Eltern die Fahrten zur Schule mit dem eigenen Auto übernehmen. „Das würde zu einem zusätzlich erhöhten Verkehrsaufkommen auf Landstraßen und vor Schulen, zu höheren Emissionen und zu zusätzlichem Park- und Bringverkehr führen“, fürchtet Landwirt und Familienvater Alexander Janning. „Der Spezialverkehr ist hingegen gebündelt, effizient und klimafreundlicher – ein Aspekt, der in Zeiten steigender Umweltanforderungen stärker denn je berücksichtigt werden muss“, unterstreicht Susanne Schulze Bockeloh. Auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fürchtet der Landwirtschaftliche Kreisverband Münster erhebliche Auswirkungen: „Wenn Eltern künftig selbst den Transport zur Schule organisieren müssten, wäre dies für viele Betriebe organisatorisch und zeitlich kaum zu leisten. Lange Fahrtzeiten, zusätzlicher Betreuungsaufwand und organisatorische Unwägbarkeiten wären die Folge“, so David Brüning, der ebenfalls mit seiner Familie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb lebt und arbeitet.
Die wiederkehrende Diskussion über die Einstellung des Schülerspezialverkehrs ist nach Einschätzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Münster ein Schritt in die völlig falsche Richtung. „Wir erwarten von der Stadt Münster, die Lebensrealität der Familien im ländlichen Raum ernst zu nehmen, die Sicherheit der Kinder in den Mittelpunkt zu stellen und die Entscheidung dringend zu überdenken“, teilt Susanne Schulze Bockeloh mit. Der Kreisverband appelliert an Politik und Verwaltung, gemeinsam mit allen Beteiligten tragfähige und langfristige Lösungen zu erarbeiten, die den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden und den ländlichen Raum nicht weiter benachteiligen.