Landwirtschaftliches Forum | 29. Juni 2026

Landwirtschaftliches Forum am 25.06. im Delbrücker Rathaus

Foto (Stadt Delbrück): Teilnehmende des Landwirtschaftlichen Forums im Delbrücker Rathaus: Landwirte des WLV-Stadtverbandes Delbrück mit dem Vorsitzenden Frank Hermelingmeier (vorne, zweiter von links), Bürgermeister Johannes Lindhauer (vorne, dritter von links) sowie Vertreter vor- und nachgelagerter Bereiche der Landwirtschaft
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Gemeinsame Pressemeldung des WLV-Kreisverbandes Paderborn und der Stadt Delbrück:

Auf Einladung der Stadt Delbrück fand am Donnerstag, 25. Juni, gemeinsam mit dem Stadtverband Delbrück des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) ein Landwirtschaftliches Forum im Delbrücker Rathaus statt. Rund 30 Landwirte aus dem Raum Delbrück nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Information über aktuelle Entwicklungen.

Zu Beginn begrüßte Bürgermeister Johannes Lindhauer die Teilnehmenden. Auch der WLV-Stadtverbandssprechers Frank Hermelingmeier richtete ein Grußwort an die Anwesenden.

Im Anschluss stellte Lindhauer das Stabsreferat Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung vor und gab einen umfassenden Überblick über die zentralen Aufgabenbereiche der Stadt. Neben der klassischen Wirtschaftsförderung mit Flächen- und Ansiedlungsmanagement, der Entwicklung von Innenstadt und Gesamtstadt, der Tourismusförderung sowie Netzwerken und Kooperationen gehören hierzu auch die Beratung und Unterstützung bei Fördermitteln für Gewerbe und Industrie.

Darüber hinaus wurden die Aufgabenbereiche in den Bereichen Liegenschaften und Stadtplanung vorgestellt: Dazu zählen unter anderem der An- und Verkauf von Grundstücken, die Wahrnehmung von Vorkaufsrechten sowie die Verwaltung von Miet- und Pachtverträgen. In der Stadtplanung umfassen die Tätigkeiten die Bauleitplanung, die Begleitung der Regionalplanung sowie die Beantragung und das Management von Fördermitteln, etwa im Rahmen der Städtebauförderung, Dorferneuerung oder LEADER-Programme.

Ergänzend stellte Lindhauer die Arbeit der Zentralen Vergabestelle vor, die die Fachbereiche bei Vergabeverfahren berät, diese organisiert und steuert, Vergabeunterlagen erstellt und prüft sowie die Angebotswertung, Zuschlagsvorbereitung und Dokumentation übernimmt.

 

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung hielt Frank Hermelingmeier einen Vortrag über die Wichtigkeit der Landwirtschaft für Delbrück. Darin hielt er fest, dass Delbrück mit 246 landwirtschaftlichen Betrieben (davon 105 im Haupterwerb) eine hohe landwirtschaftliche Dichte hat. Allein in der Landwirtschaft selbst arbeiten dabei 237 Vollzeitkräfte sowie 120 Aushilfen. Im Vorgelagerten Bereich (bsp. Landmaschinenhersteller, Lohnunternehmen etc.) arbeiten noch einmal 280 Personen. Im Nachgelagerten Bereich (z.B. Verarbeitung und Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte) kommen noch einmal 1510 Vollzeitkräfte sowie 110 Aushilfen dazu. Die Landwirtschaft ist also grundsätzlich als wichtiger Arbeitsmarkt im Delbrücker Raum zu betrachten.

Doch auch fördert eine starke Landwirtschaft die Regionalität und einen kurzen Weg der Lebensmittel von der Produktion bis zum Verbraucher. Die historisch gewachsene und durch die Delbrücker Böden bedingte starke Tierhaltung bedingt dabei eine starke Wirtschaftskraft. Auch stellte Frank Hermelingmeier die Wichtigkeit aktiver Bauernhöfe in der Dorfgemeinschaft heraus, da es oft Landwirte sind, die z.B. bei Dorffesten oder beim Karneval ihre Landmaschinen zur Verfügung stellen oder ortsansässigen Vereinen Unterstellmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Außerdem werden bei Renovierungsarbeiten und Neubauten auf Bauernhöfen Gelder investiert, die über die Beauftragung lokaler Handwerker wieder zurück in die Delbrücker Wirtschaft fließen.

Aufgrund der großen Bedeutung der Landwirtschaft für die Stadt Delbrück formulierte der Vorsitzende des WLV-Stadtverbandes, Frank Hermelingmeier, auch einige Forderungen an die Stadt. Dabei sprach er sich für eine enge Begleitung bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie für verlässliche Rahmenbedingungen zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der landwirtschaftlichen Betriebe aus.

Zudem hob er die Bedeutung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Behörden hervor. Als Beispiele für bereits erfolgreich umgesetzte Kooperationen nannte er den Kiebitzschutz, die Rehkitzrettung sowie die Zusammenarbeit mit der Wasserwirtschaft.