Erdbeersaison | 27. April 2026

Start der Paderborner Erdbeersaison

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Ernte in Folientunneln und Gewächshäusern im Gange

Paderborn Die Paderborner Erdbeerernte 2026 läuft. Nachdem bereits in der letzten Woche vereinzelte erste Früchte erntereif waren, kommt die Ernte in den Erdbeertunneln nun so richtig in Gang. Die Ernte auf dem freien Feld startet voraussichtlich Mitte Mai.

„Wir freuen uns, unsere regionalen und frischen Erdbeeren ab jetzt wieder anbieten zu können.“ sagt Karl-Josef Tölle vom Erdbeerhof Tölle in Salzkotten. Verkauft werden die beliebten Früchte dabei vor allem über die Direktvermarktung in Hofläden und auf Selbstpflückerfeldern. Karl-Josef Tölle hat sich vorgenommen, seine Preise im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht zu erhöhen: „Die 6-Euro-Marke pro 500 Gramm-Schale wollen wir auch in diesem Jahr nicht überschreiten. Damit unsere Kunden sich Erdbeeren weiterhin leisten können und wollen, dürfen wir die Preise nicht zu hoch setzen.“ Ab Mitte Mai werden die Preise dann wie in jedem Jahr jedoch ohnehin fallen: „Das liegt daran, dass bis dahin zuerst einmal nur die Früchte aus dem geschützten Anbau geerntet werden können. Wenn dann die Erdbeeren vom freien Feld dazu kommen, haben wir viel größere Mengen und können auch den Tagespreis senken“ sagt Karl-Josef Tölle.

Der zum Jahresbeginn noch einmal gestiegene Mindestlohn ist aber ein Faktor, der wie in den vergangenen Jahren für hohe Preise mitverantwortlich ist. Nicht zuletzt wirkt sich auch der Angriff der USA auf den Iran vor etwa zwei Monaten und die daraus resultierende Blockade der Straße von Hormus auf die Produktionskosten der Erdbeerbauern aus.

„Ich hoffe, dass wir bei den weiter steigenden Produktionskosten und Löhnen konkurrenzfähig mit Ware aus dem Ausland bleiben und die Verbraucherinnen und Verbraucher sich im Einkauf für regionale Erdbeeren entscheiden“ sagt die stellvertretende Vorsitzende des WLV-Kreisverbandes Paderborn Marie Herbst.

Für Unsicherheiten über den Ertrag der Ernte sorgen wie in jedem Jahr die Eisheiligen in knapp zwei Wochen (11.-15- Mai). Laut einer alten Bauernregel ist hier zum letzten Mal Frost möglich, bevor sich dann nach und nach der Sommer blicken lässt. Durch den Frost betroffen wären dabei vor allem Freilanderdbeeren.

Von den im vergangenen Jahr landesweit geernteten Erdbeeren sind knapp 42 Prozent unter so genannten hohen begehbaren Schutzabdeckungen gewachsen. Dazu zählen auch die Erdbeeren aus Gewächshäusern. Von 31.900 Tonnen stammen 18.600 vom Freiland, also vom offenen Feld. Im Vergleich zu 2015 ist dabei ein drastischer Wandel zu erkennen. Damals wurden noch knapp 89 Prozent aller Erdbeeren in Nordrhein-Westfalen auf dem freien Feld angebaut. Die Nutzung von Folientunneln sowie Gewächshäusern steigt in den vergangenen Jahren stark an, da diese den Erntestart verfrühen können und die Erdbeeren vor der Witterung schützen.

Die Erdbeere ist die beliebteste Beere Deutschlands. In Nordrhein-Westfalen werden rund 40 verschiedene Sorten von etwa 350 Betrieben angebaut. Rund 70-80 Prozent der Erdbeeren werden dabei direkt in den Hofläden oder Verkaufsständen sowie über Selbstpflückerfelder verkauft. Die Erdbeere gehört in der Landwirtschaft zu den Sonderkulturen. Diese sind arbeits- und kostenintensive Pflanzen und sind stark von den Bodeneigenschaften und klimatischen Bedingungen abhängig. Eine weitere bei uns verbreitete Sonderkultur ist der Spargel, dessen Erntezeit vor wenigen Wochen begonnen hat.