Zwischenbilanz zur Getreide- und Rapsernte im Kreis Paderborn 202

Niedrige Erzeugerpreise und gemischte Ernteergebnisse erschweren die Lage
Die Getreideernte im Kreis Paderborn ist seit einigen Wochen in vollem Gange. Während die Landwirte im Nordwesten des Kreises bereits das gesamte Getreide abgeerntet haben, konnte die Ernte von Weizen, Roggen, Triticale und Raps im Südkreis erst in der vergangenen Woche so richtig starten. Doch dank einer guten Wetterlage ist man auch hier schon im Endspurt angekommen.
„Im Hövelhofer Raum sind wir mit der Getreide- und Rapsernte im Grunde durch“ sagt Norbert Osdiek, Sprecher der WLV-Großgemeinde Hövelhof. „Die Erträge hier schwanken je nach Niederschlag. In diesem Jahr hatten wir sehr punktuelle Regenschauer. Da kann es bei der Erntemenge und Qualität im Nachbarort schon wieder ganz anders aussehen. Im Durchschnitt sind wir aber ganz einigermaßen zufrieden.“ so Osdiek. Die Hövelhofer Landwirte können allerdings noch nicht die Füße hochlegen. „Als nächstes säen wir die Zwischenfrüchte, also Kulturpflanzen, die vor allem zum Bodenschutz kurzzeitig zwischen zwei Hauptfrüchten angebaut werden. Für die Aussaat brauchen wir jetzt dringend Regen.“ sagt der Hövelhofer Landwirt. Im September steht dann noch die Maisernte an, die in Hövelhof etwa die Hälfte der Gesamternte ausmacht.
Nicht viel später dran sind in diesem Jahr die Landwirte und Landwirtinnen aus dem Paderborner Südkreis. Während es noch vor einigen Jahren die Regel war, dass die Getreideernte auf der Paderborner Hochfläche erst einige Wochen nach dem Niederungsgebiet stattfindet, zurrt der Klimawandel das Erntefenster im gesamten Kreisgebiet immer enger zusammen.
„Obwohl wir erst in der vergangenen Woche mit dem Raps, Weizen, Roggen und Triticale starten konnten, ging die Ernte am Ende ganz schnell. Leider sind dabei unsere Erträge unterdurchschnittlich“ sagt Marie Herbst, stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. Der Landwirtin aus Bad Wünnenberg-Fürstenberg zufolge fehlen pro Hektar Weizen etwa ein bis zwei Tonnen zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.
Dabei sah es im Frühjahr noch gut aus. Die Pflanzen bekamen genug Regen und sahen vielversprechend aus. „Die Hitzewelle Ende Juni kam dann genau in der Kornfüllungsphase. Durch die Hitze und die Trockenheit ist viel Korn noch an der Pflanze verbrannt. Andere Sorten sind frühzeitiger abgereift, als es für die Kornfüllung optimal gewesen wäre, daher müssen wir bei Menge und Qualität Einbußen hinnehmen“, so Herbst.
Und auch die Erzeugerpreise für Getreide sind für die Landwirte aktuell ein Problem. Seit Monaten liegen diese auf einem niedrigen Niveau. Bei einem aktuellen Weizenpreis von 18 bis 20 Euro pro Dezitonne können die Landwirte ihre immer weiter steigenden Produktionskosten nicht decken.