Landwirtschaft und Schule | 26. Mai 2026

Das ABC des gelungenen Unterrichtsbesuchs

Referent Hubert Koll vom Bildungsanbieter „Stadt und Land in NRW“ erzählt Grundlegendes zum System Schule. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Bauernhof-Botschafter-Vertiefungsworkshop in Coesfeld

Am 22. Mai fand in Coesfeld auf dem Hof Wolfert ein Vertiefungsworkshop für Landwirtinnen und Landwirte statt, die als Bauernhof-Botschafter in den Unterricht an Grund- und weiterführenden Schulen gehen. Das Modellprojekt wird vom WLV in den Kreisen Borken und Coesfeld angeboten. Hauptreferent des Workshops war Hubert Koll vom Bildungsanbieter „Stadt und Land in NRW e.V.“. Am Vormittag ging es unter der Überschrift "Bauernhof-Botschafter-ABC" um die Frage, welche Faktoren und Voraussetzungen wichtig sind, damit ein Unterrichtsbesuch als Landwirt/in richtig gut wird. Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen zusammen mit WLV-Projektkoordinator Stephan Wolfert konkrete Unterrichtskonzepte passend zu ihren eigenen Interessen und betrieblichen Schwerpunkten.


Bauernhof-Botschafter-ABC

Gemeinsam mit Referent Hubert Koll erarbeiteten die Workshop-Teilnehmenden zusammen wichtige Faktoren für einen gelungenen Unterrichtsbesuch als Bauernhof-Botschafter.

A: Aktivitäten, die die Lernenden in Aktion bringen

B: Begeisterung ausstrahlen für die Landwirtschaft

C: Chancen aufzeigen, die eine regionale Eigenversorgung mit Lebensmitteln bietet

D: Disziplin. Die Lehrkraft ist immer mit anwesend und sorgt mit für Ruhe in der Klasse.

E: Empathie zeigen für den etwas anderen Blick von Nicht-Landwirten auf Landwirtschaft

F: Fingerspitzengefühl zeigen. Lernende nicht überfordern!

G: Geschichten erzählen ist besser als Fakten wälzen

H: Hofbesuch anregen und vorbereiten

I: Infomaterial mit einbeziehen

J: Jobs im Grünen Bereich bieten Zukunftschancen für alle Ausbildungsgrade

K: Kreativität anregen! Wie sieht die Landwirtschaft meiner Träume aus?

L: Lachen ist Trumpf. Nicht zu verkniffen missionieren, sondern durch Freude öffnen!

M: Nur Mut. Fehler und ungeschliffener Vortrag sind erlaubt. Sie sind Landwirt, kein ausgebildeter Redner.

N: Natürlich und authentisch auftreten. Reden Sie über Ihren Alltag! Seien Sie so, wie sie sind!

O: Ordnung. Im Vorfeld die eigenen Materialien, die man verwenden möchte, gut sortieren und griffbereit haben.

P: Praxisnah. Kleine Gerätschäften (z.B. Melkgeschirr) oder tierische Exponate (z.B. Kuh-Horn) vom eigenen Hof mitbringen.

Q: Qualität der deutschen Landwirtschaft im internationalen Vergleich herausstellen!

R: Rasant. Keine langen Monologe halten, sondern Schüler durch vielfältige Interaktionsmöglichkeiten unterhalten.

S: Spiel & Spaß statt pure Wissenvermittlung

T: Tasten und Anfassen lassen.

U: Unterstützung: Gerne auch einen Berufskollegen oder -kollegin mitnehmen. Das erhöht das eigene Sicherheitsgefühl im Vortrag und erhöht die Abwechslung für die Klasse.

V: Viele Sinne ansprechen (Riechen, Hören, Schmecken, Sehen, Fühlen)!

X: X-Faktor. Überraschen Sie die Schüler mit etwas, womit sie nicht rechnen.

Z: Zukunft: Landwirtschaft ist keine sterbende, sondern eine sehr lebendige Branche!

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Bauernhof-Botschafter-Vertiefungsworkshop in Coesfeld