Schweinehaltung | 4. Mai 2026

Minister Alois Rainer sichert Sauenhaltern Unterstützung zu

Thomas Ostendorf (2.v.l.) erläuterte im Rahmen einer Stallführung zusammen mit seinem Sohn und Betriebsnachfolger Hannes (3.v.l.) sowie seiner Frau Sandra den Gästen, wo den Sauenhaltern der Schuh drückt. Neben den Ostendorfs sprachen mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (2.v.r.) und CDU-Bundestagsfraktionschef Jens Spahn (5.v.l) beim Rundgang unter anderem auch WLV-Vizepräsident Michael Uckelmann (3.v.l.) sowie die WLV-Kreisverbandsvorsitzenden Albert Rohlmann (2.v.r.) und Markus Weiß (r.). Foto: Stephan Wolfert, WLV

Veranstaltung der WLV-Kreisverbände Borken und Steinfurt auf dem Betrieb von Thomas Ostendorf in Ochtrup

Am 30. April war Landwirtschaftsminister Alois Rainer zu Gast auf dem Betrieb von Thomas Ostendorf in Ochtrup. Thematisch ging es sowohl beim Hof- und Stallrundgang als auch bei der öffentlichen Podiumsdiskussion im Schwerpunkt um die Zukunft der Sauenhaltung in Deutschland. Rund 200 Landwirte waren der Einladung der WLV-Kreisverbände Borken und Steinfurt gefolgt. Beide Kreisverbände waren involviert, da der Termin auf Vermittlung des Ahauser Bundestagsabgeordneten und CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden, Jens Spahn, zustande gekommen war.

Uckelmann: "Politik muss geeigneten Förderrahmen schaffen!"

Im Rahmen eines gemeinsam Stallrundgangs mit Alois Rainer auf dem Betrieb forderte WLV-Vizepräsident Michael Uckelmann die Bundesregierung dazu auf, unter anderem durch einen geeigneten Förderrahmen eine wirksame Unterstützung zur Sicherung der heimischen Ferkelerzeugung zu leisten: "Der Um- und Neubau von Deckzentrum und Abferkelbereich zwingt jeden einzelnen Sauenhalter dazu, seine gesamte Betriebsstruktur neu auszurichten. Der Ferkelerzeugung stehen dadurch erhebliche finanzielle Aufwendungen bevor, die aufgrund der Änderung der Tierschutznutztierhaltungsverordnung umgesetzt werden müssen, ohne dass sie sich über höhere Erlöse am Markt ausgleichen lassen."

Mit Sorge beobachte der WLV, dass die Zahl der Sauen in Deutschland bereits seit Jahren sinkt, mit Folgen für die gesamte Wert schöpfungskette, so Uckelmann weiter: "Geht dieser Trend ungebremst weiter, schwächt dies unsere Versorgungssicherheit und erhöht die Abhängigkeit von ausländischen Märkten. Umso wichtiger ist es, die heimische Ferkelerzeugung und damit auch die Ernährungssouveränität in Deutschland zu sichern."

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WLV-Vizepräsident Michael Uckelmann (l.) moderierte die öffentliche Gesprächsrunde mit Minister Alois Rainer.

WLV-Vertreter überreichen Resolution für nationales Sonderprogramm Sauenhaltung

Eine Verbändeallianz, bestehend aus dem Bundesverband Rind und Schwein (BRS), dem Deutschen Bauernverband (DBV), dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) und der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), fordert ein nationales Sonderprogramm Sauenhaltung, um die Umsetzung von erheblich über das EU-Niveau hinausgehenden Regelungen für die Sauenhalter in Deutschland wirtschaftlich möglich zu machen. Die am 15. April dazu verabschiedete Resolution haben Vertreter des WLV im Rahmen des Hofbesuches in Ochtrup an Minister Alois Rainer überreicht.

In der vom WLV mitentwickelten Auflistung fordert die Verbändeallianz unter anderem die Bereitstellung eines Förderbetrages von rund 200 Mio. Euro jährlich bis 2036. Diese bezeichnete der Minister im Gespräch mit den Landwirten am 30. April als überlegt und im Rahmen: "Das ist ein gutes Papier. Das könnte man schaffen."

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Markus Weiß (l.) und Michael Uckelmann (2.v.l.) im Gespräch mit Alois Rainer auf dem Hof Ostendorf.

Spahn : "Genehmigte Ställe müssen 20 Jahre so genutzt werden dürfen"

Der Ahauser CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn betonte in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung, dass seine Fraktion landwirtschaftsbezogene Fragen nicht über die Köpfe der Landwirte hinweg entscheiden wolle: „Wir machen das im Dialog und auf Augenhöhe.“ Aus zurückliegenden Gesprächen mit Tierhaltern in der Region habe er mitgenommen, dass es neben dem Geld vor allem auch um rechtliche Planungssicherheit gehe: „Wenn man als junger Landwirt einen Stall gebaut hat, muss man sich dann auch darauf verlassen können, dass dieser einmal genehmigte Stall dann auch 20 Jahre so genutzt werden kann, selbst wenn sich die Regeln ändern.“ Dies sei Bestandteil des Koalitionsvertrags und seine Fraktion stehe auch dafür, dies so umzusetzen.

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CDU-Bundestagsfraktionsvorsitzender Jens Spahn hatte den Besuch von Alois Rainer vermittelt und sprach zu Beginn der Veranstaltung ein Grußwort.

Minister hat mutmachende Botschaften im Gepäck

Der Borkener WLV-Kreisverbandsvorsitzende Markus Weiß bezeichnete die Veranstaltung mit Alois Rainer im Nachgang als positiv bemerkenswert: „Beim Stallrundgang konnten wir mit ihm die großen Herausforderungen in der Sauenhaltung besprechen. Er hat sie nicht nur verstanden, sondern auch Lösungswege an der ein oder andere Stelle aufgezeigt. Wir haben gesagt, dass man nicht einfach nur über Vorschriften die Standards deutlich höher setzen kann als in vielen Mitbewerberstaaten ohne unsere landwirtschaftlichen Betriebe dabei finanziell zu begleiten.“

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Bundeslandwirtschaftsminister Rainer besucht Sauenbetrieb in Ochtrup