Markt & Protest | 7. Januar 2026

Preisdruck bedroht die Existenz der regionalen Schweinehaltung

Schweinepreis „im freien Fall“: Bauernpräsident Hubertus Beringmeier nennt den dramatischen Einbruch der Schweinepreise "inakzeptabel und ungerechtfertigt".

Die Schlachtunternehmen Tönnies und Westfleisch haben drastische Preissenkungen eingefordert, sodass die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch e.V. (VEZG) den Schweinepreis um weitere 15 Cent pro Kilogramm Schlachtgewicht auf nun 1,45 Euro/kg gesenkt hat.

Nach Einschätzung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes hat dies verheerende Auswirkungen für die Schweinehalterinnen und Schweinehalter und heizt den Strukturwandel massiv an.

„Wir haben zahlreiche Gespräche geführt, um die völlig überzogenen Forderungen der großen Schlachthöfe zu Preisnachlässen abzuwenden. Der sich abzeichnende, dramatische Einbruch der Schweinepreise ist für uns inakzeptabel und ungerechtfertigt. Die Schlachtbranche muss umgehend einlenken, um die Existenz der heimischen Schweinehaltung nicht weiter zu gefährden. Am Ende wird die Schlachtbranche die Konsequenzen selbst zu spüren bekommen. Für die Schweinehaltung ist dies in jedem Fall ein äußerst bitterer Start ins neue Jahr“, findet Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und selbst Schweinehalter, deutliche Worte. „Sollte diese negative Preistendenz nicht schnell ins Gegenteil umgekehrt werden, werden wir unserer Kritik auch an den Schlachthöfen deutlich Gehör verschaffen“, so Beringmeier weiter.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband kritisiert den ständigen Preisdruck der Schlachtbranche deutlich, durch den die landwirtschaftlichen Familienbetriebe, die heimische Wertschöpfung und die regionale Lebensmittelproduktion gefährdet werden. Rund 2,3 Millionen Mastschweine werden in Westfalen-Lippe gehalten und mit einem Lebendgewicht von etwa 120 Kilogramm in umliegenden Schlachtunternehmen verarbeitet.