DBV-Veredlungstag | 27. Oktober 2026

Schweinehalter fordern: „Jetzt muss die Politik endlich handeln“

Bauernpräsident Hubertus Beringmeier und Minister Alois Rainer beim DBV-Veredlungstag

Beringmeier warnt vor dem Verlust von Betrieben und regionalen Wertschöpfungsketten. Schnelle Hilfe und verlässliche Rahmenbedingungen seien überfällig.

Die wirtschaftliche Lage der Schweinehalter ist dramatisch. Beim Veredlungstag des Deutschen Bauernverbandes (DBV) mit mehr als 500 Landwirtinnen und Landwirten in Essenbach hat Hubertus Beringmeier, Veredlungspräsident des DBV und Vorsitzender des Fachausschusses Schwein, deutlich gemacht, wie ernst die Situation ist. Der Deutsche Bauernverband fordert kurzfristige Liquiditätshilfen und verlässliche Bedingungen für notwendige Stallumbauten.

„Unsere Betriebe machen mit jedem verkauften Schwein Verluste und viele haben ihre Reserven längst aufgebraucht“, erklärte Beringmeier. Er warnte vor den Folgen für die gesamte Branche: „Wenn die Politik jetzt nicht handelt, verlieren wir nicht nur Betriebe, sondern ganze regionale Wertschöpfungsketten.“ Die Preise befinden sich seit Monaten auf einem ruinösen Niveau. Der europäische Markt ist übersättigt und wichtige Absatzwege im Export sind durch zunehmende Konkurrenz im Exportgeschäft oder Handelshemmnisse, wie etwa die Afrikanische Schweinepest, versperrt.

„Für die fast 1000 Anträge, die beim Bundesprogramm Umbau Tierhaltung eingereicht wurden, braucht es eine verlässliche Finanzierung, die auch über 2028 hinaus abgerufen werden kann“, fordert die Generalsekretärin des Deutschen Bauernverbandes, Stefanie Sabet. Zudem brauche es ein nationales Sonderprogramm Sauenhaltung. „Die Krise in der Schweinehaltung steht exemplarisch für die Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe: steigende Kosten, sinkende Erzeugerpreise, wachsender Liquiditätsdruck.“ Der DBV hat in einem Forderungspapier klare Vorschläge auf den Tisch gelegt, die schnell wirken würden. Jetzt sei die Bundesregierung am Zug. „Wer Versorgungssicherheit und regionale Erzeugung will, muss den Betrieben Luft zum Atmen lassen“, so Generalsekretärin Sabet.

DBV fordert verlässliche Finanzierung des Stallumbaus

Neben kurzfristiger finanzieller Unterstützung brauchen die Betriebe aus Sicht des DBV vor allem Planungssicherheit für anstehende Investitionen. Der Verband fordert deshalb, die nationalen Fristen für den Umbau von Deck- und Abferkelzentren zu verschieben und an das EU-Recht anzupassen.

Auch die Finanzierung des Bundesprogramms Umbau Tierhaltung über das Jahr 2028 hinaus muss nach Ansicht des DBV gesichert werden. Für die fast 1.000 eingereichten Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von rund 800 Millionen Euro brauche es eine verlässliche Perspektive, die auch über 2028 hinaus abgerufen werden kann.

Darüber hinaus fordert der Verband ein nationales Sonderprogramm für die Sauenhaltung. Das Bundesprogramm war Ende August 2026 ausgelaufen. Allein im laufenden Jahr waren 634 Anträge eingereicht worden.

Minister sagt Finanzierung der Anträge zu

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sagte sich beim Veredlungstag, er sei sich der schwierigen Lage in der Schweinehaltung bewusst und wisse, wie groß die Sorgen seien. Er verwies auf die Liquiditätshilfen der Bundesregierung und sagte zu, die eingereichten Anträge im Bundesprogramm Umbau Tierhaltung finanzieren zu wollen.

Zudem nahm er die nachgelagerten Bereiche der Wertschöpfungskette in die Verantwortung. Die Herkunftskennzeichnung „5xD“ müsse sich auch in einer angemessenen Honorierung heimischer Erzeugung widerspiegeln.

Für Beringmeier und den DBV kommt es nun darauf an, dass den politischen Aussagen konkrete Maßnahmen folgen. Die Betriebe brauchen kurzfristig finanzielle Luft und zugleich verlässliche Rahmenbedingungen, um notwendige Investitionen stemmen zu können.