Kreisverband Aktuell Juli 2019

04. Juli 2019
Mit dieser Ausgabe informiert der Kreisverband Lippe seine Mitglieder.

Liebe Mitglieder,

es passiert viel. Wir leben sozusagen in ungeordneten Zeiten.

Erst einmal zu unserem eigenen Verband:
Präsident Johannes Röring ist nach intensiven Gesprächen im Vorstand zu dem Entschluss gekommen, im März nächsten Jahres zurück zu treten. Bis dahin wird der Vorstand mindestens einen geeigneten Kandidaten finden und vorschlagen. Dank gebührt Johannes Röring für die von ihm geleistete Arbeit.
Von der Offensive Nachhaltigkeit profitieren wir in der politischen Diskussion noch heute. Andere Landesverbände haben mittlerweile ähnliche Konzepte. Auch die Initiative Tierwohl trifft den Nerv der Zeit. Leider erfährt sie auch viel Gegenwind. Das ambitionierte Werk Landwirt schafft Leben ist nun am Start, nicht   gekoppelt am Futter, sondern freiwillig bei Orientierung am Betriebsumsatz. Jetzt ist es an der Landwirtschaft selbst, wieder eine schlagkräftige Werbeplattform à la CMA zu schaffen. Dieses ist ein große Chance, Gehör bei dem Verbraucher und nicht nur bei irgendwelchen Aktionsgruppen zu finden.
Den genauen Rahmen erhalten Sie in einer gesonderten Mitteilung.
 
Die Düngeverordnung liegt nun der EU-Kommission vor. Hoffen wir, dass es nicht noch Nachforderungen gibt. Ich hatte Gelegenheit, mit einer Delegation des WLV Mitglieder der Kommission zu befragen und kann Ihnen sagen, dass wir kein   großes Entgegenkommen erwarten dürfen. Die Kommission fühlt sich von Deutschland hinsichtlich der Umsetzung hintergangen. Sie schauen nur auf die Messkarten und die Ergebnisse sind nicht besser, sondern eher schlechter        geworden. Für die Kommission ist die Produktion zweitrangig. Wichtig sind die Stickstoffwerte im Grundwasser. Wir haben mit der NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser und auch mit der Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zwei Fürsprecherinnen, die das Machbare für uns  ermöglichen. Aber auch sie sind an den Rechtsrahmen gebunden. Ich hatte viele Gespräche, in denen mir klar wurde, dass wir ohne diese Fürsprache wesentlich größeren Druck zu verkraften hätten.

Der Deutsche Bauerntag in Leipzig war wieder einmal ein großes Ereignis. Teil nahm auch der Präsident des Weltbauernverbandes Theo de Jager. Aus seiner Sicht sind viele unserer Probleme Luxusprobleme. Er wies eindringlich darauf hin, dass eine wachsende Weltbevölkerung zu versorgen sei. Aber er erkannte auch an, dass die Klimaveränderung in all ihren Bestandteilen - Temperatur, Erosion, veränderte Nutzbarkeit von Regionen - die große Herausforderung der Zukunft ist. Unserem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied gelang es, aus den vorausgegangenen Arbeitsforen und der Diskussion zum Thema   „Zukunft Landwirtschaft“ eine positive Bilanz zu ziehen.
 
Aus den Anforderungen des Bereiches Umwelt und Klima könnten sich neue   Aufgabenfelder für die Landwirtschaft erschließen, ohne aber die Produktion und den betrieblichen Erfolg aus dem Auge zu verlieren.
 
Und hier schließt sich meine persönliche Einschätzung an.
Wenn die neue GAP umweltorientierter sein soll, wir uns gleichzeitig in einem neuen Markt bewegen (Mercosur Abkommen) und wir höhere Auflagen in der Düngung erhalten, gleichzeitig aber keine Ruhe in der Tierhaltungsdiskussion einkehrt, dann ist es an der Zeit, den eigenen Betrieb auszutarieren.
Vielleicht schaffen wir es ja mit etwas weniger Stickstoff und, wo überversorgt, mit Phosphor genau so viel CO2 zu binden und die N-Verfügbarkeit des Bodens zu     aktivieren. Und vielleicht müssen wir uns von den Flächen, ganz frei von Unkraut, verabschieden. Gleichzeitig muss dieses dann aber auch aufgefangen werden. Wir können hier nicht die Vorreiterrolle zu Weltmarktpreisen übernehmen.
 
Es wird eines starken Verbandes bedürfen. Sonst kann es keinen Konsens geben.
Ich sehe hier durchaus Chancen, aber die Landwirtschaft der Zukunft wird anders sein. Das Betriebsziel heißt vielleicht nicht mehr Ertragsmaximum, sondern klimagerechter Ertrag. In der Unsicherheit der Zukunft lag für uns schon immer die Chance der Entwicklung. Das haben und werden wir nutzen. Bis hier müssen wir auch feststellen, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen auch immer besser geworden sind. Lassen Sie uns den neuen Situationen mit Zuversicht begegnen.

Erfreulich war der rege Zuspruch zur 175 Jahr-Feier des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins e.V. Die Festveranstaltung auf der Adlerwarte Berlebeck am 17. Mai 2019 war eine runde Sache. Vielen Dank allen Teilnehmenden für ihr Interesse und ihre Unterstützung.

Ihnen allen wünsche ich eine gute Ernte und Glück im Leben.

Ihr
Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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