Ernteauftakt 2026 | 3. Juli 2026

Trotz Durchschnittsernte bleibt die Situation angespannt

Rukwied: Hohe Kosten, niedrige Preise und immer neue Auflagen setzen den deutschen Ackerbau weiter unter Druck.

Der Deutsche Bauernverband rechnet 2026 mit einer Getreideernte von rund 41,4 Millionen Tonnen. Das wäre ein durchschnittliches Ergebnis, wie DBV-Präsident Joachim Rukwied bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Ernte mitteilte.

Die wirtschaftliche Lage in den Ackerbaubetrieben bleibt trotz einer Durchschnittsernte weiter sehr angespannt. Die Erzeugerpreise liegen sogar unter dem bereits niedrigen Niveau des Vorjahrs. Gleichzeitig bleiben die Kosten für Betriebsmittel wie Energie oder Dünger auf hohem Niveau – der Preisindex für Betriebsmittel liegt rund 30 Prozent über dem Wert von 2020. 

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Hohe Kosten treffen auf niedrige Erlöse und sinkende Ertragssicherheit. Wer Versorgungssicherheit will, muss die heimische Produktion wirtschaftlich ermöglichen.

Joachim Rukwied
DBV-Präsident

Viele Ackerbaubetriebe stehen deshalb trotz ordentlicher Erträge wirtschaftlich unter erheblichem Druck.

DBV fordert bessere Rahmenbedingungen

Aus Sicht des DBV muss die Politik die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft stärken. Der Verband fordert unter anderem:

  • niedrigere Energiekosten,

  • eine sichere Versorgung mit bezahlbarem Stickstoffdünger,

  • weniger Bürokratie,

  • ein praxistaugliches Düngerecht,

  • schnellere Zulassungsverfahren im Pflanzenschutz.

Zudem verweist der DBV auf die zunehmenden Schäden durch die Schilf-Glasflügelzikade. Langfristig braucht es wirksame und regulär zugelassene Pflanzenschutzmittel, um Ernteausfälle zu vermeiden.

Die Lage der Betriebe in Westfalen-Lippe

Auch in Westfalen-Lippe zeigen sich die Herausforderungen deutlich: Neben hohen Betriebsmittelkosten erschweren zunehmend Wetterextreme wie Trockenperioden und Starkregen eine verlässliche Ertragsplanung. Gleichzeitig ist eine leistungsfähige heimische Pflanzenproduktion die Grundlage für die regionale Lebensmittelversorgung sowie für die Tierhaltung in den viehstarken Regionen. Um diese Strukturen langfristig zu erhalten und die Betriebe wettbewerbsfähig zu halten, braucht es Planungssicherheit, praxistaugliche politische Rahmenbedingungen und auskömmliche Erzeugerpreise.