Ausschüsse drängen auf neues Düngerecht und schnelle Zulassungen
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Die WLV-Fachausschüsse für Umwelt und Pflanzenbau sehen dringenden Handlungsbedarf bei Düngerecht und Pflanzenschutz.
Beide Fachausschüsse haben in der vergangenen Woche gemeinsam über aktuelle Herausforderungen im Pflanzenbau beraten. Im Mittelpunkt der Diskussion mit Dr. Eisele vom NRW-Landwirtschaftsministerium stand das Düngerecht.
Verzicht auf rote Gebiete im Düngerecht
Dr. Eisele stellte einen Vorschlag der Bundesländer für eine Neuausrichtung vor. Künftig soll auf die Ausweisung roter und gelber Gebiete verzichtet werden. Stattdessen soll die Kontrolle des Düngebedarfs stärker über die Nährstoffe im Betrieb erfolgen.
Die Ausschussmitglieder unterstützten diesen Ansatz. Hintergrund ist die anhaltende Kritik vieler Betriebe an den Messstellen und den bisherigen Verfahren zur Gebietsausweisung.
Mehr Druck auf die EU gefordert
Nach Einschätzung der Ausschüsse reicht ein neuer Vorschlag allein nicht aus. Der Bund müsse gegenüber der Europäischen Kommission deutlich stärker auftreten, damit praxistaugliche Lösungen möglich werden. Für viele Betriebe in Westfalen-Lippe würde ein neuer Ansatz weniger bürokratischen Aufwand und mehr Planungssicherheit bedeuten.
Pflanzenschutz: Innovationslücke wächst
Ein weiteres Thema war die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Frau Dr. Kreul von Syngenta zeigte, dass immer mehr ältere Wirkstoffe wegfallen, während neue Produkte oft nur sehr spät auf den Markt kommen. Als Ursache werden vor allem stark verzögerte Zulassungsverfahren genannt. Dadurch fehle Betrieben zunehmend der Zugang zu modernen chemischen und biologischen Pflanzenschutzmitteln.
Die Gremien forderten deshalb:
schnellere Zulassungsverfahren
eine stärkere Ausstattung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
mehr Anerkennung für den Nutzen chemischer und biologischer Pflanzenschutzmittel