Schweinemarkt unter Druck | 22. September 2026

Kosten der Kette dürfen nicht auf die Betriebe abgewälzt werden

Höherer Absatz von deutschem Schweinefleisch und faire Kostenverteilung: Der WLV sieht alle Marktpartner in der Verantwortung für die Lösung der Preiskrise.

Nachdem in der vergangenen Woche die Preisnotierung für Schweinefleisch um 15 Cent auf 1,45 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht und der Ferkelpreis um 11 auf 30 Euro gefallen sind, fordert WLV-Präsident Hubertus Beringmeier Im Interview mit dem Wochenblatt eine faire Verteilung der Kosten entlang der gesamten Kette. Kosten- und Margenprobleme der nachgelagerten Stufen dürften nicht auf die Bauern abgewälzt werden.

Eine einfache und zufriedenstellende Lösung gibt es derzeit nicht. Beringmeier sieht die gesamte Kette in der Verantwortung. Schlachtunternehmen, Lebensmitteleinzelhandel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung müssten gemeinsam den Absatz von deutschem Schweinefleisch stärken.

Dazu gehören aus Sicht des WLV:

  • gezielte Vermarktungsaktionen für deutsches Schweinefleisch,

  • mehr 5xD-Fleisch in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung,

  • eine bessere Auslastung der Schlachtkapazitäten,

  • konsequente Weiterentwicklung der Exportstrategie

  • neue Drittlandsmärkte durch Regionalisierungsabkommen.

WLV Bild

Wertschöpfung und Kosten müssen entlang der gesamten Kette fair verteilt werden. Gerade in einer Phase, in der die Erzeugerpreise massiv unter Druck stehen, darf die Landwirtschaft nicht zum Auffangbecken für Kosten- und Margenprobleme der nachgelagerten Stufen werden.

Hubertus Beringmeier
im Interview mit topagrar

Für Schweinehalter bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Gleichzeitig steigen wichtige Betriebskosten. Neben Diesel und Energie belasten auch Dünger und Transport die Betriebe. Der WLV fordert deshalb sofortige und spürbare Entlastungen bei den Energiekosten, etwa über eine Senkung der Energiesteuer oder der CO₂-Bepreisung.

Auch eine echte Risikoausgleichsrücklage bleibt für den WLV eine zentrale Forderung. Beringmeier: "Unsere Betriebe brauchen die Möglichkeit, in guten Jahren steuerlich begünstigt Rücklagen zu bilden, auf die sie in Krisenzeiten zurückgreifen können."

Eine schnelle Markterholung lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen. Beringmeier stellt sich deshalb darauf ein, dass die schwierige Lage noch einige Wochen oder Monate anhalten kann.