Digitalisierung & Cybersicherheit | 22. Juli 2026

Cyberangriffe: Kostenfreie Hilfe für Betriebe in NRW

Digitale Angriffe treffen auch landwirtschaftliche Betriebe. Eine NRW-Initiative bietet kostenfreie Beratung und informiert über Fördermöglichkeiten.

Mit der Aktion „TÜR ZU IM NETZ“ unterstützt das Land NRW kleine und mittlere Betriebe dabei, ihre digitale Sicherheit zu verbessern. Das Angebot von DIGITAL.SICHER.NRW ist kostenfrei und produktneutral. Betriebe erhalten eine Erstberatung, praktische Tipps und Informationen zu Fördermöglichkeiten.

Welche Unterstützung gibt es?

Neben der kostenfreien Beratung informiert die Initiative über das Förderprogramm MID-Digitale Sicherheit des Landes NRW. Gefördert werden unter anderem:

  • Analyse der bestehenden IT-Sicherheit

  • Schulungen für Mitarbeitende

  • Hard- und Software zum Basisschutz

Je nach Programm können Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro beantragt werden. Vor der Antragstellung sollten sich Betriebe über die aktuellen Förderbedingungen informieren.

Die Digitalisierung schafft neue Chancen für landwirtschaftliche Betriebe. Gleichzeitig wächst die Verantwortung, Daten und Technik wirksam zu schützen. Niedrigschwellige Beratungsangebote und gezielte Förderprogramme können Betriebe dabei unterstützen, ihre IT-Sicherheit Schritt für Schritt zu verbessern.

Wer seine digitale Sicherheit überprüft, kann Ausfallzeiten und wirtschaftliche Schäden vermeiden. Gerade kleinere und familiengeführte Betriebe profitieren von einer unabhängigen Erstberatung und einer klaren Orientierung zu geeigneten Schutzmaßnahmen und Fördermöglichkeiten.

Digitale Risiken in der Landwirtschaft: Warum Cybersicherheit unverzichtbar ist

Landwirtschaftliche Betriebe arbeiten heute mit digitalen Systemen. Hofmanagement, Buchführung, Ackerschlagkartei, Melk- oder Fütterungstechnik sowie Online-Portale gehören zum Betriebsalltag. Cyberangriffe, Schadsoftware oder Phishing-Mails können den Betrieb erheblich beeinträchtigen.

Dass die Gefahr real ist, zeigen aktuelle Beispiele. Ein Milchviehbetrieb in der Schweiz wurde 2024 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Die Schadsoftware legte den Stallcomputer und die Verbindung zum Melkroboter lahm. Wichtige Tierdaten konnten nicht mehr ausgelesen werden – mit gravierenden Folgen: Eine Kuh verendete, weil gesundheitliche Probleme nicht rechtzeitig erkannt wurden.

Auch Berater von DIGITAL.SICHER.NRW berichten, dass ihnen auf den AGRAR Unternehmertagen in Münster mehrere landwirtschaftliche Betriebe von eigenen Erfahrungen mit Ransomware und gefälschten Rechnungen erzählt haben. Viele konnten die Vorfälle nur mit Improvisation bewältigen, weil geeignete Schutzmaßnahmen fehlten.