Ökolandbau und Tierhaltung | 3. Juni 2026

DBV fordert Kurswechsel für den Ökolandbau

Der DBV warnt vor wachsenden Problemen im Ökolandbau. Nährstoffdefizite, sinkende Tierzahlen und praxisferne Vorgaben gefährdeten die Entwicklung der Branche.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat ein neues Positionspapier zur Zukunft des Ökolandbaus vorgelegt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Bodenfruchtbarkeit langfristig gesichert werden kann. Aus Sicht des Verbandes geraten die Nährstoffkreisläufe in vielen Öko-Betrieben zunehmend unter Druck.

Der DBV verweist auf den geringen Anteil ökologischer Tierhaltung im Verhältnis zur Öko-Fläche. Viele viehlose Öko-Ackerbaubetriebe hätten Schwierigkeiten, ausreichend Nährstoffe auf den Flächen zu halten. Das könne langfristig zu Humusverlusten und sinkender Bodenfruchtbarkeit führen.

Bodenfruchtbarkeit braucht geschlossene Kreisläufe

Für den DBV sind funktionierende Nährstoffkreisläufe die Grundlage des Ökolandbaus. Organischer Dünger aus der Tierhaltung gilt dabei als wichtigster Baustein. Gleichzeitig geht die Zahl der Öko-Tierhaltungsbetriebe zurück. Nach Einschätzung des DBV geraten damit auch die Grundlagen vieler Öko-Betriebe unter Druck.

Zudem sieht der DBV das politische Ziel, den Ökolandbau weiter auszubauen, gefährdet. Ohne ausreichend Nährstoffquellen und wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung sei weiteres Wachstum kaum möglich.

Ursache: praxisferne Vorgaben im Öko-Recht

Der Verband macht vor allem praxisferne Vorgaben im Öko-Recht verantwortlich. Kritisiert werden unter anderem starre Regelungen beim Weidegang sowie fehlende Planungssicherheit für Investitionen in Ställe. Nachträgliche Verschärfungen von Vorschriften würden Betriebe belasten und Investitionen ausbremsen.

Der DBV fordert deshalb eine Kurskorrektur in vier Bereichen:

  • Praxistaugliche und tierwohlgerechte Regeln für die Öko-Tierhaltung

  • Mehr Investitionssicherheit für Betriebe

  • Offenheit für verschiedene Wege der Kreislaufwirtschaft

  • Stärkere Förderung von Forschung und Innovation im Ökolandbau

Außerdem spricht sich der Verband für regionale Kooperationen zwischen Ackerbau- und Tierhaltungsbetrieben sowie für bessere Rahmenbedingungen bei der Nutzung von Biogas und Gärresten aus.

Was bedeutet das für Betriebe in Westfalen-Lippe?

Auch in Westfalen-Lippe stehen viele Öko-Betriebe vor der Herausforderung, Nährstoffkreisläufe wirtschaftlich und nachhaltig zu organisieren. Besonders für viehlose Ackerbaubetriebe gewinnen Kooperationen mit Tierhaltern, der Einsatz von Leguminosen und regionale Kreislaufmodelle an Bedeutung.

Für Öko-Betriebe in NRW bleiben praktikable Vorgaben und verlässliche Investitionsbedingungen zentrale Themen. Das gilt besonders für Betriebe, die Tierhaltung und Ackerbau miteinander verbinden oder regionale Kooperationen nutzen.