Schweinehaltung | 10. Juli 2026

Deutsche Schweinehaltung unter massivem Druck

Ruinöse Preise und hohe Auflagen: Die Krise der Schweinehaltung verschärft sich. Der WLV fordert Politik, Handel und Verbraucher auf, jetzt gegenzusteuern.

Die deutsche Schweinehaltung befindet sich in ihrer schwersten Krise seit Jahrzehnten. Ohne wirtschaftliche Perspektive wird der Strukturbruch unaufhaltsam weitergehen – zu Lasten der gesamten Wertschöpfungskette. Diese Botschaft richten die Schweinehalter in Westfalen-Lippe angesichts ruinöser Erzeugerpreise für Schweinefleisch und Ferkel an Politik, Handel, Schlachtunternehmen und Verbraucher.

"Mit jedem Betrieb, der seine Stalltüren endgültig schließt, verliert Deutschland ein Stück Versorgungssicherheit, regionale Wertschöpfung und ländliche Arbeitsplätze", heißt es in einem Brandbrief des WLV. Statt gegenzusteuern, wird zugesehen, wie die heimische Tierhaltung verschwindet und durch Importware ersetzt wird, die unter deutlich geringeren Standards erzeugt wurde.

9 Forderungen richten die westfälisch-lippischen Schweinehalter an Politik, Handel, Schlachtunternehmen und Verbraucher:

  1. Ein Ende der ruinösen Preispolitik am Mastschweine- und Ferkelmarkt. Wer Qualität und Tierwohl fordert, muss diese auch bezahlen.

  2. Faire Preisgestaltung auf Augenhöhe, sodass alle Glieder der Wertschöpfungskette angemessen berücksichtigt werden.

  3. Ein verbindliches Bekenntnis des Lebensmitteleinzelhandels zur deutschen Schweinehaltung – nicht nur in Werbekampagnen, sondern im täglichen Einkauf und einer fairen Preisgestaltung.

  4. Keine private Lagerhaltung als Notlösung, sondern eine konsequente Erschließung und Sicherung internationaler Exportmärkte.

  5. Schaffung einer Risikoausgleichsrücklage, damit landwirtschaftliche Betriebe Krisen überstehen und notwendige Investitionen tätigen können.

  6. Anpassung der nationalen Tierschutzgesetzgebung an das EU-Recht, um Wettbewerbsverzerrungen zulasten deutscher Betriebe endlich zu beenden.

  7. Verlängerte Umsetzungsfristen für den Neu-/ Umbau des Abferkelbereiches sowie des Deckzentrums.

  8. Eine verpflichtende, transparente Herkunftskennzeichnung, damit Verbraucherinnen und Verbraucher bewusst deutsche Erzeugnisse wählen können.

  9. Konsequenter Schutz der heimischen Erzeugung vor Importware, die unter niedrigeren Standards produziert wurde.

WLV Bild
Die deutsche Schweinehaltung steht vor dem Aus – Tierhalter brauchen endlich Zukunftsperspektiven!
10.07.2026
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