Tierseuchenbekämpfung | 12. Juni 2026

Ein Jahr ASP in Westfalen-Lippe: Wachsamkeit bleibt gefragt

Vor einem Jahr wurde die Afrikanische Schweinepest erstmals im Sauerland nachgewiesen. Die Bekämpfung läuft weiter, Vorsorge bleibt entscheidend.

Am 14. Juni 2025 wurde die Afrikanische Schweinepest (ASP) erstmals in Westfalen-Lippe nachgewiesen. Der Fund eines infizierten Wildschweins im Kreis Olpe markierte den Beginn eines umfangreichen Bekämpfungseinsatzes. Seitdem arbeiten Behörden, Jägerschaft, Landnutzer und Schweinehalter eng zusammen, um eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Bisher wurden insgesamt 761 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen bestätigt.

Bekämpfung der Tierseuche mit großem Aufwand

Seit dem Ausbruch wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Ziel ist es, infizierte Wildschweine frühzeitig zu finden und die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Dazu gehören unter anderem:

  • Suchaktionen mit speziell ausgebildeten Teams und Hunden

  • Bergung und Untersuchung verendeter Wildschweine

  • Schutz- und Sperrzonen in den betroffenen Gebieten

  • Errichtung von Zäunen zur Eingrenzung des Seuchengebiets

  • Intensive Bejagung und Bestandsreduzierung beim Schwarzwild

  • Laufendes Monitoring sowie die Untersuchung erlegter Tiere

Die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr zeigen, dass die Bekämpfung in bewaldeten und schwer zugänglichen Regionen besonders anspruchsvoll ist. Umso wichtiger bleibt das Zusammenspiel aller Beteiligten.

Jeder kann zur Seucheneindämmung beitragen

Auch die Bevölkerung kann dazu beitragen, eine weitere Ausbreitung der ASP zu verhindern. Besonders wichtig ist ein verantwortungsvoller Umgang in Wald und Flur. Lebensmittelreste gehören nicht in die Natur, sondern in verschlossene Abfallbehälter. Zudem sollten tote Wildschweine weder berührt noch bewegt werden. Wer einen entsprechenden Fund macht, sollte diesen umgehend den zuständigen Behörden melden. Jeder Hinweis kann helfen, das Seuchengeschehen frühzeitig zu erkennen und wirksam einzudämmen.

„Wir hoffen auf das Verständnis der Bevölkerung für notwendige Schutzmaßnahmen wie den Bau von Schutzzäunen und die Einrichtung von Sperrzonen, die zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest und zum Schutz unserer Hausschweine von großer Bedeutung sind“, betonte WLV-Präsident Hubertus Beringmeier in einer Pressemeldung zum Jahrestag.

WLV Bild

Vorsorge bleibt der Schlüssel

Auch außerhalb der betroffenen Gebiete bleibt Vorsorge die wichtigste Aufgabe. Schweine haltende Betriebe müssen ihre betrieblichen Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen und regelmäßig überprüfen.

Dazu zählen insbesondere:

  • Konsequente Hygienemaßnahmen auf dem Betrieb

  • Kontrolle des Personen- und Fahrzeugverkehrs

  • Sorgfältige Reinigung und Desinfektion

  • Vermeidung von Kontakten zu Wildschweinen

  • Aufmerksamkeit bei Auffälligkeiten im Bestand