Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der europäischen Düngemittelproduktion. Die Kommission will Investitionen fördern, Bürokratie abbauen und die Nutzung organischer, biobasierter und kreislauforientierter Düngemittel ausbauen. Dazu zählen unter anderem Produkte aus Algenbiomasse, mikrobielle Lösungen sowie die Rückgewinnung von Stickstoff und Phosphor aus Klärschlamm.
Im Zuge der Überarbeitung des europäischen Emissionshandelssystems (EHS) sollen zudem Möglichkeiten geprüft werden, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und gleichzeitig die Dekarbonisierung der Produktion voranzutreiben. Ziel ist es, nachhaltige und erschwingliche Düngemittel stärker in Europa verfügbar zu machen.
Engere Zusammenarbeit von Hersteller, Landwirte und Mitgliedstaaten
Darüber hinaus plant die Kommission eine neue Partnerschaft für die europäische Düngemittelwertschöpfungskette. Hersteller, Landwirte und Mitgliedstaaten sollen künftig enger zusammenarbeiten, um Versorgungssicherheit, Markttransparenz und stabile Preise zu gewährleisten. Auch Frühwarnsysteme, Marktbeobachtung und mögliche Vorratslösungen für wichtige Düngemittel sollen ausgebaut werden.
DBV: Wichtiger Schritt, der aber noch konkreter werden muss
Der Deutsche Bauernverband (DBV) bewertet den Aktionsplan grundsätzlich als wichtigen Schritt, sieht jedoch an mehreren Stellen weiteren Konkretisierungs- und Anpassungsbedarf. Positiv hervorgehoben werden unter anderem die geplante Aussetzung bestimmter Einfuhrzölle auf Stickstoffdünger sowie die vorgesehenen Erleichterungen bei der Nutzung von Gärresten als Düngemittel. Kritisch sieht der Verband hingegen die aus seiner Sicht bislang unzureichenden Regelungen zum CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und zu Anti-Dumping-Zöllen.
Zudem fordert der DBV zusätzliche Liquiditätshilfen außerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik und eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen noch vor der Herbstaussaat 2026, damit die Unterstützung die Betriebe rechtzeitig erreicht.