Hofnachfolge und Existenzgründung | 10. Juli 2026

Prämie für den Berufsstart: Der Wille ist da, Finanzierung fehlt

CDU und Grüne in NRW sprechen sich für eine Existenzgründungsprämie aus. Für die landwirtschaftlichen Jugendverbände reicht das allein nicht.

Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen haben in dieser Woche einen Antrag zur Förderung des Generationenwechsels in der Landwirtschaft in den Landtag von NRW eingebracht. Herzstück des Antrags ist die Einführung einer Existenzgründungsprämie noch in dieser Förderperiode.

Die landwirtschaftlichen Jugendverbände in NRW begrüßen die Initiative der Regierungsfraktionen als wichtigen und längst überfälligen Schritt zur Stärkung junger Menschen in der Landwirtschaft. Sie betonen gleichzeitig, wie wichtig es nun ist, dass auch schnell die entsprechenden Finanzmittel aus dem Landeshaushalt bereitgestellt werden, sodass spätestens 2027 die ersten Anträge bewilligt werden können. Der Prozess dürfe jetzt nicht weiter verschleppt werden.

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Junge Menschen haben Tatendrang und viele gute Ideen. Eine Existenzgründungsprämie stärkt die Innovationskraft der Landwirtschaft und der ländlichen Räume und ist ein wichtiges Signal an den landwirtschaftlichen Nachwuchs: Politisches Engagement und Durchhaltevermögen lohnen sich.

Carmen Schulze Osthoff
Vorsitzende des Rings der Landjugend Westfalen-Lippe

Bereits seit 2021 setzt sich ein Bündnis zahlreichert Agrarjugendverbände in NRW gemeinsam für die Einführung einer Existenzgründungsprämie ein. Aus Sicht der Jugendverbände sprechen mehrere Gründe dafür:

  • Die aktuelle Altersstruktur der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter ist hoch, bei bis zu einem Drittel der landwirtschaftlichen Betriebe ist die Hofnachfolge ungeklärt.

  • Der Anteil der Auszubildenden ohne familiären landwirtschaftlichen Hintergrund steigt stetig an. Vor allem Neugründerinnen und -gründer treffen auf enorme Einstiegshürden.

  • Die Umsetzung einer Existenzgründungsprämie in NRW kann dabei helfen, die hohen Einstiegshürden wenigstens etwas abzumildern.

Mit der Umsetzung einer Existenzgründungsprämie bringt sich die Landesregierung mit Blick auf die kommende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 in eine vorteilhafte Position. In den Vorschlägen der EU-Kommission spielt der Generationenwechsel eine riesige Rolle und die Umsetzung einer Existenzgründungsprämie soll für die EU-Mitgliedstaaten verpflichtend sein.

Hintergrund

Die Forderung nach einer Existenzgründungsprämie für junge Landwirtinnen und Landwirte in Nordrhein-Westfalen geht auf einen breiten Zusammenschluss landwirtschaftlicher Jugendverbände zurück. Ziel ist es, die bestehende Junglandwirteförderung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) um eine zusätzliche Förderung für die erstmalige Betriebsgründung oder Hofübernahme zu ergänzen.

Den ersten gemeinsamen Vorschlag legten die Jugendverbände bereits 2021 vor. Seitdem führen sie regelmäßig Gespräche mit Politik und Verwaltung und haben ihr Konzept mehrfach weiterentwickelt.

Zum Bündnis gehören u.a.:

  • der Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe,

  • die Rheinischen Landjugend,

  • das Junge Bioland,

  • die junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (junge AbL),