Fünf Amtszeiten mit prägendem Einfluss
Während seiner fünf Amtszeiten als Präsident des WLV gestaltete Franz-Josef Möllers die Verbandspolitik in einer Phase tiefgreifender Veränderungen entscheidend mit. Unter dem Leitmotiv „Weniger Staat, mehr Markt!“ setzte er auf die positiven Kräfte des Marktes, ohne dessen Grenzen zu verkennen. Gleichzeitig betonte er die Rolle des Staates, Fehlentwicklungen zu begrenzen und für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.
Ein besonderes Anliegen war Franz-Josef Möllers die enge Zusammenarbeit innerhalb der gesamten Lebensmittelkette. Er war überzeugt, dass nachhaltiger Erfolg nur durch ein stufenübergreifendes Miteinander möglich ist. Gegen teils erhebliche Widerstände trieb er den Aufbau des Qualitätssicherungssystems QS voran – ein Meilenstein, der sich als äußerst erfolgreich erwiesen hat und bis heute eng mit seinem Namen verbunden bleibt. In der späten Phase seiner Amtszeit rückte insbesondere die Frage nach der gesellschaftlichen Akzeptanz der modernen, arbeitsteiligen Landwirtschaft – vor allem der Nutztierhaltung – in den Mittelpunkt. Möllers erkannte früh die Tragweite dieses Themas und machte es zu einem Kernanliegen seiner Arbeit.
Ein Leben im Dienst der Landwirtschaft
Trotz zahlreicher Funktionen auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene blieb der WLV für Franz-Josef Möllers stets seine berufliche und persönliche Heimat. Mit seinem Namen verbinden sich die Modernisierung und Stärkung des Verbandes als Einheitsorganisation, die Demokratisierung des Verbandslebens, die Gründung zahlreicher Tochterunternehmen sowie eine Kultur der offenen, direkten Kommunikation. Auch die Entwicklung von Gut Havichhorst zu einem bedeutenden Tagungszentrum geht maßgeblich auf seine Initiative zurück.
Für seine herausragenden Verdienste wurde Franz-Josef Möllers vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Schorlemer-Plakette in Gold (WLV) und der Andreas-Hermes-Medaille in Gold (Deutscher Bauernverband).