Tiergesundheit | 22. Mai 2026

Jakobskreuzkraut: Gefahr für Weidetiere nimmt weiter zu

Damit die Samenbildung von Jacobskreuzkraut verhindert wird, fordert der WLV eine rechtzeitige Mahd von öffentlichen Flächen und Straßenrändern noch vor der Blüte Anfang Juni. (Symbolbild, KI-generiert)

Die giftige Pflanze gefährdet Weidetiere und Futtermittel. Der WLV drängt auf mehr Pflege öffentlicher Flächen und ruft Betriebe zum Handeln auf.

Das gelb blühende Jakobskreuzkraut breitet sich in vielen Regionen in Westfalen-Lippe zunehmend aus. Besonders an Straßenrändern, Böschungen und wenig genutzten Flächen hat die Pflanze in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Von dort gelangt sie immer häufiger auf Wiesen und Weiden.

Für Rinder, Pferde und andere Weidetiere ist Jakobskreuzkraut hochgiftig. Die enthaltenen Pyrrolizidin-Alkaloide können chronische Leberschäden verursachen. Besonders gefährlich: In Heu oder Silage erkennen Tiere die Pflanze nicht mehr. Vergiftungen bleiben oft lange unbemerkt und können tödlich enden.

WLV drängt auf konsequente Pflege öffentlicher Flächen

Der WLV sieht vor allem öffentliche Flächen als Ausgangspunkt für die weitere Verbreitung. Deshalb fordert der Verband eine rechtzeitige Mahd von Straßenrändern – möglichst noch vor der Blüte Anfang Juni. So kann die Samenbildung verhindert und die Ausbreitung gebremst werden.

WLV Bild

Die zunehmende Ausbreitung von Jakobskreuzkraut ist für unsere Tierhalterinnen und Tierhalter ein großes Problem. Es geht hier ganz konkret um den Schutz der Tiere, den Erhalt ihrer Gesundheit und die Qualität unserer Futtermittel.

Hubertus Beringmeier
WLV-Präsident

Der WLV hat den Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie den Städte- und Gemeindebund NRW bereits auf die Problematik hingewiesen und für Gegenmaßnahmen sensibilisiert.

Auch Betriebe und Privatpersonen können handeln

Neben der Pflege öffentlicher Flächen können auch landwirtschaftliche Betriebe selbst zur Eindämmung beitragen. Wichtig sind:

  • Einzelpflanzen möglichst vollständig mit Wurzel entfernen

  • Dabei immer Handschuhe tragen

  • Flächen regelmäßig mähen und pflegen

  • In Einzelfällen gezielt Pflanzenschutzmittel einsetzen

Auch in privaten Gärten taucht Jakobskreuzkraut zunehmend auf. Die auffällige gelbe Blüte wirkt harmlos, kann aber zur weiteren Ausbreitung beitragen.

„Eine frühzeitige und regelmäßige Mahd ist eine vergleichsweise einfache, aber sehr wirkungsvolle Maßnahme. Damit leisten Städte, Gemeinden und Straßenbaulastträger einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Weideflächen und Tiere“, betont Beringmeier.

Jacobskreuzkraut: Risiko für Betriebe in Westfalen-Lippe wächst

Für Betriebe in Westfalen-Lippe wächst damit das Risiko, dass Jakobskreuzkraut in Futterflächen gelangt und Tiere gefährdet. Der WLV setzt deshalb auf ein gemeinsames Vorgehen von Kommunen, Straßenbaulastträgern, Landwirten und privaten Flächeneigentümern.

Hinweisschild / Infoblatt "Vorsicht Jakobskreuzkraut"
07.07.2025
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