WLV Next Generation | 18. September 2026

Kasachstan – Landwirtschaft in einer anderen Dimension

Vom 04. bis 10. September ging es für 30 junge Landwirtinnen und Landwirte der WLV Next Generation auf Auslandsexkursion nach Kasachstan.

Eine Woche voller neuer Eindrücke, spannender Gespräche, Landwirtschaft unter völlig anderen Bedingungen und natürlich vielen gemeinsamen Erlebnissen.

Christin Albers von der WLV Next Generation fasste die Fahrt einmal kurz für uns zusammen.

Viel Spaß beim Lesen!

✈️ Ankommen in Astana

Nach dem Flug über Warschau erreichten wir am 05. September Astana. Schon am ersten Tag tauchten wir tief in die kasachische Kultur ein. Mit der Schwebebahn ging es in die futuristische Innenstadt, dabei erkundeten wir bei einer Stadtbesichtigung unter anderem den Baiterek-Platz, das Präsidentenkulturzentrum und die Nursultan-Moschee. Überall wurde gebaut, die Stadt befindet sich also noch absolut im Wachstum.

Auch kulinarisch gab es direkt am ersten Tag einiges zu entdecken. Pferdefleisch gehört in Kasachstan ganz selbstverständlich zur traditionellen Küche. Überhaupt unterscheidet sich die Esskultur deutlich von unserer: viele Gänge, reichlich Essen, Tee zum Dessert und auch wenn man schon satt war, bekam man vom Kellner direkt noch eine Portion auf den Teller gelegt, denn der Teller muss nicht leer werden, Regen gibt es sowieso zu wenig.

🌾 Landwirtschaft in der Steppe – Agrofirma Rodina

Am nächsten Morgen wurde es landwirtschaftlich: Nach dem Frühstück ging es rund 80 Kilometer von Astana entfernt zum landwirtschaftlichen Betrieb Rodina.

Die Dimensionen haben uns beeindruckt:

➡️ 63.000 Hektar Land
➡️ davon rund 50.000 Hektar Getreide
➡️ ca. 10.000 Kühe mit Nachzucht, davon 1.000 Mastrinder
➡️ rund 650 Mastpferde
➡️ 780 Mitarbeiter ganzjährig, im Sommer bis zu 900
➡️ 90 Traktoren und 34 Mähdrescher, davon 30 von CLAAS
➡️ eigene Molkerei, Schlachthof und Bäckerei

Und das alles bei gerade einmal rund 330 mm Niederschlag im Jahr. 🌦️

Doch Rodina ist weit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb: Das Unternehmen übernimmt auch Verantwortung für die drei zugehörigen Dörfer in denen die Mitarbeiter wohnen und kümmert sich unter anderem um Infrastruktur, Schulen, Kindergärten und Kultur.

🚂 18 Stunden durch die kasachische Steppe

Am Abend ging es zurück nach Astana und anschließend zum Bahnhof. Um 21:03 Uhr startete unser Nachtzug Richtung Almaty.

18 Stunden Zugfahrt durch die Weiten Kasachstans, quer durch die unendlichen Weiten der kasachischen Steppe. Eine Landschaft, deren Dimensionen man kaum in Worte fassen kann.

🇰🇿 Willkommen in Almaty!

Am 07. September erreichten wir nach der langen Zugfahrt Almaty. Nach dem Check-in ging es direkt weiter mit einer Stadtrundfahrt. Dabei besichtigten wir unter anderem den Park der 28 Panfilow-Gardisten, die Christi-Himmelfahrts-Kathedrale und das Ruhmesdenkmal. Almaty unterscheidete sich dabei komplett von Astana durch seine älteren Gebäude und weniger futuristische Perfektion.

🏹 Kasachische Kultur hautnah im Ethno-Dorfs „Nomad“

Am nächsten Tag stand mit dem Besuch des Ethno-Dorfs „Nomad“ ein weiteres Highlight auf dem Programm.

Neben Einblicken in traditionelle Lebensweisen durften wir uns im Bogenschießen, beim Reiten und sogar im Umgang mit Adlern, die traditionell zur Jagd eingesetzt werden, ausprobieren.

Anschließend stand der Besuch des Heimatdorfes unseres Dolmetschers und Reiseleiters Heinrich Zertik auf dem Programm, ehemaliger Bundestagsabgeordneter und selbst gebürtiger Kasache. Durch seine persönlichen Geschichten konnten wir noch einmal einen ganz besonderen Blick auf die Verbindung zwischen Kasachstan und Deutschland bekommen.

🏔️ Berge, Almaty und Landwirtschaft

Am 09. September ging es zunächst in die Berge rund um Almaty. Mit der Seilbahn führte unser Weg auf den Shymbulak mit 3000 Höhenmetern in das modernste Skigebiet Zentralasiens. Ein Wahnsinns Ausblick.

Doch auch an diesem Tag durfte die Landwirtschaft natürlich nicht fehlen: Nach dem Mittagessen besuchten wir einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Logistikunternehmen im Gebiet Almaty.

Der Betrieb baut 650 ha CCM-Mais, 450 ha Gerste und 150 ha Weizen an. Besonders beeindruckend war für uns der Maisanbau unter Bewässerung. Der Mais bekommt beispielsweise dreimal während der Vegetationsperiode Wasser aus einem nahegelegenen See und kommt damit auf einen Ertrag von 18 Tonnen (FM) je Hektar. Die Getreideerträge hingegen liegen allerdings unter unseren. Trotz der Bewässerung lag der Weizen bei 22 Tonnen die Gerste bei 19 Tonnen.

Die Unterschiede bei den Erträgen zeigen eindrucksvoll, welche Bedeutung Wasser für die Landwirtschaft in dieser Region hat.

✈️ Und dann hieß es schon Abschied nehmen …

Am 10. September ging zurück nach Deutschland.

Nach einigen Komplikationen durften am Ende auch wirklich alle zu unserer Erleichterung wieder mit nach Deutschland fliegen.

Eine Woche voller spannender Betriebsbesichtigungen, kultureller Eindrücke, neuer Kontakte und intensiver Gespräche liegt hinter uns.

Wir nehmen jede Menge Eindrücke, neue Perspektiven und Geschichten mit nach Hause und vor allem viele besondere gemeinsame Erinnerungen an eine außergewöhnliche Reise. 🇰🇿❤️

Kasachstan hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich Landwirtschaft sein kann.

Weiter bleibt uns in Erinnerung wie schlecht wir doch Wodka vertragen😅

Danke an alle Betriebe, Gesprächspartner, unsere Reiseleitung und natürlich an unsere 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für diese unvergessliche Reise!

 

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