Gute Stallpraxis stärkt Tierwohl für Pferde

Wie gutes Betriebsmanagement Tierwohl und Tiergesundheit verbessert, war Thema des WLV-Arbeitskreises Pferde.
Der WLV-Arbeitskreis „Pferdehaltung“ traf sich in dieser Woche (12. Mai 2026) auf dem Pensionspferdebetrieb Plaas-Beisemann in Fröndenberg. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen zur Pferdehaltung, Stallhygiene und Betriebsführung.
Haltung aus Sicht des Pferdes bewerten
Pia Heers von der Fachhochschule Südwestfalen zeigte, wie Betriebsleiter Schwachstellen in der Pferdehaltung erkennen können. Ihr zentraler Hinweis: Der Erfolg eines Haltungssystems muss am Pferd gemessen werden. Oft gebe es auf Betrieben viele kleine Stellschrauben, mit denen sich Haltung und Tierwohl verbessern lassen.
Im Mittelpunkt standen typische Stressfaktoren für Pferde. Dazu zählen:
zu wenig Bewegung
eingeschränktes Sozialverhalten
gestörtes Ruheverhalten
Probleme beim Fressen
Die Referentin erklärte, dass Pferde im Haltungssystem möglichst wenig Stress erleben sollten. So könnten Pferde Belastungen bei Training, Turnier, Tierarzt oder Hufschmied besser bewältigen. Auch die Körpersprache der Tiere spielte eine wichtige Rolle. Betriebsleiter sollten gezielt auf Gestik, Mimik, Körperhaltung und Lautäußerungen achten. Zudem müssten die Bedingungen im Stall zu den individuellen Bedürfnissen des Pferdes und der jeweiligen Rasse passen.
Besonders deutlich wurde die Bedeutung von Bewegung. Bewegungsmangel könne zu gesundheitlichen Problemen und Verhaltensauffälligkeiten führen. Ein prägnanter Denkanstoß der Referentin lautete: „Wäre ich gerne ein Pferd in meinem eigenen Haltungssystem?“
Wasserqualität in Selbsttränken stärker beachten
Maira Wiese von der Universität Bonn stellte erste Ergebnisse einer Studie zur Wasserqualität in Selbsttränken für Pferde vor. Dabei wurde untersucht, wie sich Reinigung, Bauart und Zustand der Tränken auf die Keimbelastung auswirken.
Die Untersuchung bezog sich auf Tränken in der Boxenhaltung. Verglichen wurden unterschiedliche Tränkenformen sowie verschiedene Reinigungsverfahren. Zudem floss der Zustand der Tränken, etwa Kratzer oder Beschädigungen, in die Auswertung ein. Die Ergebnisse zeigten klar: Bereits regelmäßige einfache Reinigung kann die Keimbelastung deutlich senken. Besonders wirksam waren Bürstenreinigung und Desinfektion. Aber auch einfaches Auswischen verringerte die Keimbelastung..
Für Pferdebetriebe bedeutet das:
Tränken regelmäßig kontrollieren
Verschmutzungen frühzeitig entfernen
beschädigte Tränken austauschen
Pferdehalter bei der Reinigung einbeziehen
Die Referentin machte deutlich, dass Wasserqualität in der Pferdehaltung oft unterschätzt wird. Häufig liege der Fokus allein auf der Futterqualität.
Die Vorträge zeigten, dass sich Tierwohl und Gesundheitsvorsorge oft bereits mit überschaubarem Aufwand verbessern lassen. Besonders regelmäßige Kontrollen im Stallalltag können helfen, Stressfaktoren und Hygienemängel frühzeitig zu erkennen.