Mehr Tierwohl jetzt! - Aktion des WLV gestartet


Deutschland im Winter 2019/2020: Traktoren rollen durch viele Großstädte und legen den Verkehr lahm. Die Sorgen und Nöte der Landwirtschaft scheinen endlich bei der Politik in Berlin und Düsseldorf angekommen zu sein. Im Gefolge der Proteste wurde das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung - auch Borchert-Kommission genannt - gegründet. Viele vor allem tierhaltende Bäuerinnen und Bauern hatten große Hoffnung in dieses Gremium gesetzt.
In seinem Abschlussbericht empfahl das hochrangige Expertengremium (Mitgliederliste hier) im Februar 2020 Empfehlungen zum Umbau und zur Finanzierung der landwirtschaftlichen Tierhaltung. Jetzt, so war die Erwartung vieler Bäuerinnen und Bauern, kann es ganz schnell gehen.
Auf dem Tisch liegt eine Vorschlagsliste über verschiedene Finanzierungsmodell zum Umbau der Tierhaltung:
Option 1: Die Einführung einer Verbrauchssteuer „Tierwohlabgabe“
Option 2: Die Anhebung des Mehrwertsteuersatzes für tierische Produkte von 7 auf 19 Prozent
Option 3: Die Einführung einer „Ergänzungsabgabe Tierwohl“
Im Sommer 2021 erklärte die von der Bundesregierung eingesetzte „Zukunftskommission Landwirtschaft“: „Der Umbau der Landwirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dabei kann und darf die Landwirtschaft nicht allein gelassen werden.“ Die Kommission sollte unter Einbindung von Praktikern, Wissenschaftlern und gesellschaftlichen Akteuren, Empfehlungen für eine praxistaugliche Transformation hin zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft zusammentragen.
Seit der Vorlage des Berichts herrscht faktisch Stillstand, was ein langfristiges Finanz- und Förderkonzept zur Förderung höherer Tierwohlstandards angeht. Für viele Familien, die von der Tierhaltung leben, ist dies nicht verständlich. Bauernpräsident Hubertus Beringmeier fasst die Gefühlslage so zusammen: „Wir brauchen eine langfristige Finanzierung zusätzlich zum Marktpreis.“ Ohne diese fällt es vielen Tierhaltern schwer, sich auf einen Umbau ihrer Tierhaltung einzulassen.
Am Zug ist die Ampelkoalition bzw. die ihr angehörenden Bundestagsabgeordneten von SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie von FDP. Sie will der Berufsstand mit der Frage „Was ist seit der Vorlage des Borchert-Plans passiert“ konfrontieren. Mit der Aufforderung „Wir brauchen eine langfristige Finanzierung für den Umbau der Tierhaltung!“ soll der Borchert-Plan wieder in den Fokus der Abgeordneten gerückt werden.
Helfen Sie mit, bei „Ihrem“ Abgeordneten das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Anliegens wieder zu wecken. Alles was Sie dafür tun müssen, ist der Besuch der Aktions-Webseite, die der WLV und das Niedersächsische Landvolk jetzt gestartet haben.
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