Weltmilchtag 2026 | 3. Juni 2026

Milchviehhaltung bleibt wichtig für Westfalen-Lippe

Ob Versorgung, Landschaftspflege oder Arbeitsplätze: Die Milchviehhaltung ist für viele Regionen in Westfalen-Lippe ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Am Weltmilchtag (1. Juni) rücken die Milchviehbetriebe in Westfalen-Lippe in den Mittelpunkt. Aktuell sorgen über 2.600 Betriebe mit rund 200.000 Milchkühe für eine verlässliche Versorgung mit regional erzeugter Milch.

Besonders in den Grünlandregionen im Münsterland, Ostwestfalens und im Sauerland prägt die Milchviehhaltung seit Generationen das Landschaftsbild. Viele Höfe werden als Familienbetriebe geführt und sichern Arbeitsplätze und Aufträge für Handwerk, Handel und Molkereien in der Region.

WLV Bild

Unsere Milchviehbetriebe sorgen jeden Tag für hochwertige Lebensmittel. Gleichzeitig erhalten sie Grünlandflächen und schaffen Wertschöpfung vor Ort. Damit das auch künftig möglich bleibt, brauchen die Höfe verlässliche politische Rahmenbedingungen.

Hubertus Beringmeier
Bauernpräsident in Westfalen-Lippe
Weltmilchtag am 1. Juni 2001

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) hat den Weltmilchtag im Jahr 2001 ins Leben gerufen. Ziel ist es, auf die Bedeutung von Milch und Milchprodukten für die Ernährung sowie auf die Leistungen der Milchwirtschaft aufmerksam zu machen.

Seitdem nutzen Landwirte, Molkereien und Verbände in vielen Ländern den Aktionstag, um Verbraucherinnen und Verbrauchern Einblicke in die Milcherzeugung zu geben und den Dialog über Landwirtschaft, Tierhaltung und Ernährung zu fördern.

Milch mehr als ein Nahrungsmittel

Milchkühe verwerten Gras von Flächen, die sich oft nicht für den Ackerbau eignen. Dadurch bleiben Wiesen und Weiden erhalten, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten. Gerade in Regionen mit hohem Grünlandanteil leisten Milchviehbetriebe so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft. Ohne die Bewirtschaftung durch die Höfe würden viele Wiesen und Weiden langfristig verbuschen oder brach fallen.

Gleichzeitig verändert sich die Branche. Die Zahl der Milchviehbetriebe geht auch in Westfalen-Lippe seit Jahren zurück. Viele Familien stehen vor der Frage, ob sie den Betrieb weiterführen können. Hohe Kosten für Energie, Futter und Stalltechnik belasten die Höfe. Insbesondere die hohe Belastung durch Auflagen und Dokumentationspflichten erschweren die Arbeit. Hinzu kommt der Strukturwandel, da oftmals Betriebsnachfolger fehlen.

WLV fordert verlässliche Perspektiven

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband sieht die Milchviehhaltung als wichtigen Wirtschaftszweig für die ländlichen Räume in Westfalen-Lippe.

Die Milchviehhaltung ist weit mehr als ein einzelner Betriebszweig. Sie sichert Einkommen auf den Höfen, stärkt vor- und nachgelagerte Bereiche wie Molkereien, Futtermittelhandel oder Landtechnik und trägt zur wirtschaftlichen Stabilität vieler ländlicher Regionen bei.

Wer regionale Milchprodukte kauft, stärkt deshalb auch die Landwirtschaft vor Ort und die Wertschöpfungsketten in Westfalen-Lippe.