Wassermanagement | 14. April 2026

Mehr Wasser im Boden – weniger Trockenstress im Sommer

Carsten Bohn und Bernhard Ridder bei der Kontrolle der Messstelle für das Wassermanagement.

Im Westmünsterland läuft ein Pilotprojekt für Wassermanagement. Das Ziel: Regenwasser so regulieren, dass es in Trockenphasen für Pflanzen verfügbar bleibt.

Im Kreis Borken testen Landwirtschaft und WLV - gefördert vom NRW-Landwirtschaftsministerium - ein neues System zum Wassermanagement. Das Projekt untersucht, wie sich Niederschläge über steuerbare Drainagen im Boden zurückhalten lassen und welche Effekte dies auf Wasserverfügbarkeit und Pflanzenentwicklung hat.

In einer Hofgeschichte für die Initiative Mag Doch Jeder" und gegenüber der agrarzeitung haben Landwirt Bernhad Ridder und Landschaftsökloge Carsten Bohn vom WLV Hintergründe und Umsetzung erläutert.

WLV Bild
Wassermanagement in der Landwirtschaft
Um das Video anzuzeigen, stimmen Sie bitte der Einbindung via Youtube zu.
WLV Bild

Wir wollen dafür sorgen, dass Wasser zukünftig verfügbar bleibt, auch unter Berücksichtigung der Klimawandelfolgen. Das Management von Wasser spielt dafür eine entscheidende Rolle.

Carsten Bohn
Landschaftsökologe beim WLV
WLV Bild

Erste Effekte waren Pfingsten 2025 sofort sichtbar. Ich konnte das zurückgestaute Wassr nutzen für den Mais, der damals auf der Fläche stand.

Bernhard Ridder
Landwirt im Westmünsterland mit Bullenmast, Hähnchenmast und Ackerbau

Kern des Systems sind gesteuerte Drainagen. Sensoren messen Wasserstände von Grundwasser und Entwässerungsgräben. Die Steuerung läuft digital, Bernhard Ridder kann über eine App Wasser gezielt zurückhalten oder ableiten – je nach Wetter und Bedarf.

Warum interessiert sich die Landwirtschaft für Wassermanagement?

Im Westmünsterland zeigen Wetterdaten zunehmend längere Trockenphasen im Sommer bei gleichzeitig hohen Niederschlägen im Winter. Genau hier setzt das Projekt an. Es soll Wasser in der Fläche halten und den Pflanzen auf dem Acker in Trockenphasen verfügbar machen. Gleichzeitig soll sich der Wasserhaushalt in der Region stabilisieren. Das Prinzip ist einfach: Wasser speichern, statt es schnell abzuleiten.

Das Projekt zeigt, dass landwirtschaftliche Flächen aktiv in regionale Wasserkonzepte eingebunden werden können.

Was bedeutet das für Betriebe in Westfalen-Lippe?

Das Projekt liefert konkrete Ansätze für die Praxis um

  • Wasser gezielt zu steuern: Wasser über Drainagen nicht nur ableiten, sondern regulieren

  • den Boden besser zu nutzen: Unterschiedliche Standorte gezielt bewirtschaften

  • stärker digital zu arbeiten: Wetterdaten und Sensoren einbeziehen

  • Wasserkooperation zu stärken: Wasser gemeinsam in der Region managen

Langfristig kann dies helfen, Erträge zu sichern und Nutzungskonflikte um Wasser zu reduzieren.

Zum Weiterlesen

Projektbericht in der agrarzeitung vom 13.03.2026
14.04.2026
Dateigröße: 573 KB