Berufsnachwuchs | 6. November 2026

Rückenwind für Existenzgründungsprämie in NRW

In NRW kommt Bewegung in die Debatte um eine Existenzgründungsprämie. Die Agrarjugendverbände fordern, dass aus den Plänen schnell konkrete Förderung wird.

Junge Menschen bei der Gründung oder Übernahme eines landwirtschaftlichen Betriebs gezielt unterstützen: In Niedersachsen wird die Existenzgründungsprämie 2027 mit zusätzlichen Mitteln fortgeführt. Auch in Nordrhein-Westfalen kommt weitere Bewegung in die Diskussion. Die Regierungsfraktionen haben einen Antrag zur erstmaligen Einführung einer solchen Förderung auf den Weg gebracht und werden ihn am 3. Dezember erneut debattieren.

Der Ring der Landjugend in Westfalen-Lippe (RdL), die Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein (LAG), die junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL) und das Junge Bioland drängen gemeinsam darauf, dass nun schnell die nötigen Beschlüsse fallen und finanzielle Mittel folgen.

Carmen Schulze Osthoff, Vorsitzende des RdL: „Damit junge Menschen in NRW auch wirklich Förderanträge stellen können, ist es jetzt sehr wichtig, dass der Landtag seinen Antrag schnell beschließt und die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt werden.“

Thomas Genfeld, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein: „Während in Niedersachsen Anfang 2027 bereits die zweite Runde der Niederlassungsbeihilfe an den Start geht, zieht sich der politische Prozess in NRW bereits seit 2021 hin.“

Karen Stubbemann, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Niedersachsen: „Bereits die erste Antragsphase in Niedersachsen war ein großer Erfolg. Auf insgesamt 23 mögliche Förderungen hatten sich 90 junge Menschen beworben."

Andreas Maaß, Junges Bioland e.V.: „2021, als wir unsere Forderung erstmalig vorgetragen haben, gab es nur in Sachsen-Anhalt eine Existenzgründungsprämie – mittlerweile sind uns zahlreiche Bundesländer weit voraus.“

Pressemeldung lesen

Aus der Pressemeldung der Jugendverbände

Nicht bis zur nächsten GAP warten

Die Verbände halten es für falsch, mit der Einführung bis zur nächsten EU-Förderperiode ab 2028 zu warten. Deren Start könnte sich verzögern. Zudem seien praktische Erfahrungen wichtig, um die Förderung künftig möglichst passgenau auszugestalten. Sieben Bundesländer bieten bereits eine solche Unterstützung an.

Anders als bei der klassischen Junglandwirteförderung mit einer erhöhten Flächenprämie für Landwirte bis 41 Jahre wird bei der Existenzgründungsprämie, die zusätzlich zur bestehenden Junglandwirteförderung gefordert wird, die Umsetzung eines Betriebskonzeptes gefördert. Sie kann jungen Menschen den Einstieg in die Landwirtschaft erleichtern und zugleich Innovationen und vielfältige Betriebsstrukturen stärken.

Die Botschaft der Agrarjugendverbände an die Politik ist deshalb klar: Junge Menschen brauchen verlässliche Perspektiven für den Einstieg in die Landwirtschaft – und die Förderung muss jetzt auf den Weg gebracht werden.