Schweinehaltung im Fokus | 12. August 2026

Schweinegipfel mit Minister: WLV & DBV fordern schnelles Handeln

Beim Schweinegipfel am 12. August mit Minister Alois Rainer fordert der Berufsstand schnelle Hilfen und verlässliche Rahmenbedingungen für die Schweinehaltung.

Hubertus Beringmeier, WLV-Präsident und DBV-Veredelungspräsident, hat heute beim digitalen Schweinegipfel mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer über die dramatische Lage der Schweinehalter gesprochen. Der DBV fordert die Bundesregierung auf, ein „Überlebenspaket“ für die deutschen Schweinehalter zu schnüren.

„Die Marktlage ist so prekär, dass es für viele Betriebe ums nackte Überleben geht“, bringt Beringmeier die dramatische Situation der Schweinehalterinnen und Schweinehalter auf den Punkt. Geredet ist genug: Wir brauchen jetzt konkrete und wirksame Sofortmaßnahmen zur Stärkung der Liquidität.

WLV Bild

Beim Videogespräch mit Landwirtschaftsminister Alois Rainer habe ich die äußerst schwierige wirtschaftliche Lage in weiten Teilen der Landwirtschaft deutlich formuliert. Schwerpunkt war die desaströse Situation der Schweinehalter. Wir erwarten von der Bundesregierung jetzt mehr Tempo bei der Umsetzung unserer Forderungen.

Hubertus Beringmeier
WLV-Präsident, verantwortlich für die Veredlungspolitik im DBV

Nur kurzfristige und breit wirksame Maßnahmen helfen jetzt den Betrieben

Der Bauernverband fordert in einem Papier mehrere kurzfristige und breit wirksame Maßnahmen, wie etwa die unbürokratische Bereitstellung weitreichender Liquiditätshilfen und die vorzeitige Auszahlung der GAP Direktzahlungen einschließlich vollständiger Abschlusszahlung noch in diesem Jahr.

Darüber hinaus geht es aber auch um zukünftige, wirtschaftlich tragbare Rahmenbedingungen und Instrumente zum besseren Umgang mit Krisen. Diese bereits vor der Marktkrise geforderten Maßnahmen des Deutschen Bauernverbandes für die deutsche Landwirtschaft müssen nun endlich umgesetzt werden.

Ihre Stimme zählt

Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik die Lage der Betriebe aus erster Hand kennt. Auch die heimischen Abgeordneten müssen wissen, was die aktuelle Krise für die Betriebe vor Ort bedeutet. Schildern Sie Ihrem Bundestagsabgeordneten persönlich Ihre Situation.

Werden sie aktiv. So geht's!

Strukturbruch ist keine Prognose mehr, sondern bittere Realität

Bereits im Juli hat der WLV seine Forderungen formuliert und im Gespräch mit Alois Rainer nochmals bekräftigt. Der Strukturbruch in der Schweinehaltung sei keine Prognose mehr, sondern seit Jahren bittere Realität. Eine ruinöse Preispolitik sowie der Rückgriff auf Importware seien ursächlich hierfür. Die Anforderungen an die Tierhaltung würden immer weiter verschärft. Der gewünschte Umbau der Tierhaltung hin zu höheren Haltungsformen werde von der Branche grundsätzlich mitgetragen. Fakt sei aber: Der Auszahlungspreis sei viel zu gering, um überhaupt kostendeckend zu arbeiten.

Im Mittelpunkt der Forderungen von WLV und DBV stehen schnelle Hilfen und bessere Bedingungen für die Zukunft:

  • Schnelle Liquiditätshilfen mit besseren Zinskonditionen und längeren Laufzeiten.

  • Vorzeitige Auszahlung der GAP-Direktzahlungen und vollständige Auszahlung noch 2026.

  • Mehr Unterstützung aus EU-Mitteln für besonders betroffene Betriebe.

  • Neue Exportmärkte erschließen und das Regionalisierungsabkommen mit China voranbringen.

  • Risikoausgleichsrücklage einführen, damit Betriebe Preisschwankungen besser abfedern können.

  • Verbindliche Herkunfts- und Haltungskennzeichnung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

  • Umbaufristen für Ställe verlängern und nationale Vorgaben an EU-Recht anpassen.

  • Sonderförderprogramm für die Sauenhaltung schaffen.

  • Faire Preise und Wettbewerbsbedingungen sicherstellen.

  • Deutsche Schweinehaltung vor Importen unter niedrigeren Standards schützen.

Die Forderungen sind für die Westfalen-Lippe besonders wichtig. Rund 2,3 Millionen Mastschweine werden auf Familienbetrieben in Westfalen-Lippe gehalten. Ohne bessere Preise, schnelle Liquiditätshilfen und verlässliche Regeln drohen weitere Betriebsaufgaben. Damit stehen regionale Wertschöpfung und die Versorgung mit heimischem Schweinefleisch unter Druck.