Wolfspolitik | 4. März 2026

Verband fordert praxistaugliches Wolfsmanagement

Der Bundestag berät über neue Regeln zum Wolf. Der WLV fordert klare Gesetze, damit Weidetiere besser geschützt werden und Betriebe Planungssicherheit bekommen.

Am Donnerstag berät der Bundestag über Änderungen im Bundesjagdbesetz. Dabei im Blick: der künftige Umgang mit dem Wolf. Aus Sicht des WLV kann diese Entscheidung den Weg für ein praxistaugliches und rechtssicheres Wolfsmanagement ebnen.

Der Verband weist seit Jahren auf die Sorgen vieler Tierhalter hin. Sie tragen heute allein die Verantwortung für den Schutz ihrer Tiere, müssen gleichzeitig mit steigenden Wolfsbeständen, den Folgen von Nutztierrissen sowie bürokratischen Hürden umgehen. In Nordrhein-Westfalen wurden allein im vergangenen Jahr 69 Nutztierrisse durch Wölfe nachgewiesen.

WLV Bild

Die Bundesregierung ist aufgerufen, den Rahmen dafür zu schaffen, die Regulierung des Wolfes umgehend zu ermöglichen. Das Interesse der Landwirtschaft liegt nicht primär in der Entschädigung im Falle von Wolfsrissen, sondern zuvorderst im Schutz der Nutztiere.

Hubertus Beringmeier
Bauernpräsident in Westfalen-Lippe

Weidetierhaltung unter Druck

Für viele Betriebe steht mehr auf dem Spiel als einzelne Risse. Der WLV warnt: Wenn Politik nicht handelt, gerät die Weidetierhaltung insgesamt unter Druck. „Die Entscheidung des Bundestages kann endlich den Weg ebnen für ein praxistaugliches und rechtssicheres Wolfsmanagement“, sagt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.

WLV nennt vier zentrale Punkte

Der WLV fordert, dass im Gesetzgebungsverfahren zentrale Regelungen verankert werden:

  • Feststellung eines günstigen Erhaltungszustands des Wolfs und darauf aufbauend eine Entnahmequote

  • Entnahme von Problemwölfen jederzeit ermöglichen, unabhängig von Schonzeit, Erhaltungszustand oder Managementplänen

  • Regional angepasstes Bestandsmanagement ermöglichen

  • Die Festlegung von Gebieten, in denen aufgrund von Topographie, Vegetation oder Bodenbeschaffenheit keine wolfsabweisende Zäunung möglich ist

Bedeutung für Betriebe in Westfalen-Lippe

Viele Regionen in Westfalen-Lippe sind geprägt von Grünland und Weidehaltung. Gerade dort stoßen Zäune und Herdenschutzmaßnahmen schnell an Grenzen – etwa durch Gelände, Flächenstruktur oder Arbeitsaufwand.

Aus Sicht des WLV kann eine dauerhafte Weidetierhaltung nur gelingen, wenn auch eine kontrollierte Regulierung der Wolfsbestände möglich ist. Nur so sei langfristig ein Nebeneinander von Wolf und Weidetieren möglich.