Preissenkung bei ALDI und Lidl | 9. Oktober 2026

WLV kritisiert Wurst-Preissenkungen bei Aldi und Lidl

Regionale Erzeugung und Tierwohl erwarten, aber Wurstpreise senken? Das geht nicht, sagt der WLV und fordert Verantwortung von Handel und Schlachtunternehmen.

Die angekündigten Preissenkungen der Discounter Aldi und Lidl für Wurstwaren werden vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) scharf kritisiert. Während die Discounter mit günstigen Preisen werben, wird es für Schweinehalterinnen und Schweinehalter noch schwieriger, kostendeckend zu produzieren. Der Verband warnt davor, dass anhaltender Preisdruck immer mehr Tierhalter zur Aufgabe zwingt und die Zukunft der deutschen Tierhaltung zunehmend infrage stellt.

Zeitlich begrenzte Sonderaktionen ja, dauerhafter Preisdruck nein

„Innerhalb der vergangenen zehn Jahre ist die Zahl der Schweinehaltungsbetriebe in Deutschland bereits um mehr als 40 Prozent zurückgegangen“, erklärt WLV-Präsident Hubertus Beringmeier. Auch in der Rinderhaltung hätten rund 20 Prozent der Betriebe aufgegeben. Weitere Preissenkungen könnten diesen Trend verstärken und die Zukunft der heimischen Tierhaltung gefährden.

WLV Bild

Die neuerlichen Preissenkungen von Aldi und Lidl für Wurstprodukte, die unter dem Deckmantel des Wettbewerbs verkauft werden, hinterlassen bei uns Schweinehalterinnen und Schweinehaltern Fassungslosigkeit. Während die Betriebe um ihre Zukunft bangen, wird auf der anderen Seite die nächste Preisschlacht ausgerufen.

Hubertus Beringmeier
Bauernpräsident in Westfalen-Lippe

Der WLV stellt klar: Gegen Wettbewerb und zeitlich begrenzte Sonderaktionen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Dauerhafter Preisdruck auf Fleisch- und Wurstwaren sei jedoch nicht hinnehmbar. Wer regionale Erzeugung, höhere Tierwohlstandards und eine zukunftsfähige Landwirtschaft fordere, dürfe diese Ziele nicht gleichzeitig durch eine Vermarktung allein über den Preis untergraben.

Auch die großen Schlachtunternehmen sieht der Verband in der Verantwortung. Sie müssten dazu beitragen, heimische Produkte angemessen zu vermarkten.. Die landwirtschaftlichen Betriebe dürfen mit steigenden Kosten, höheren Anforderungen und notwendigen Investitionen nicht allein gelassen werden. Im Mittelpunkt müsse die Frage stehen, wie eine wirtschaftlich tragfähige deutsche Tierhaltung unter den heutigen Bedingungen langfristig gesichert werden könne.