Tag der Milch: | 1. Juni 2026

2.688 Betriebe sichern regionale Versorgung in Westfalen-Lippe

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WLV-Präsident Beringmeier: „Milchviehbetriebe zwischen Stabilisierung und wachsendem Druck“

Münster <wlv> In Westfalen-Lippe wirtschaften aktuell 2.688 Milchviehbetriebe mit insgesamt 199.503 Milchkühen. Sie produzieren an 365 Tagen im Jahr hochwertige Milch, die in regionalen Molkereien zu Frischmilch, Butter, Sahne, Joghurt, Quark und Käse weiterverarbeitet wird. Ob Schlagsahne oder Eiscreme auf Erdbeeren und Butter über Spargel im Sommer, heißer Kakao oder Käsefondue im Winter oder Naturjoghurt als Allrounder: Milchprodukte sind vielseitig und bieten etwas jeden Geschmack. Die Milch aus Westfalen-Lippe ist dabei überaus gefragt: Die hiesigen Bäuerinnen und Bauern liefern höchste Qualität, insbesondere auch durch höhere Tierwohlstufen und Weidehaltung. Bei diesen Haltungsformen spielt Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich ganz vorne mit. Anlässlich des Internationalen Tages der Milch (1. Juni) rückt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) das gesunde und wandlungsfähige Lebensmittel sowie die Bedeutung der Milchviehhaltung in Westfalen-Lippe in den Fokus.

„Nach dem deutlichen Preisrückgang über den Winter zeigt sich der Milchmarkt derzeit stabilisiert. Kennzeichnend bleibt das hohe Milchaufkommen, da der Frühjahrspeak der Produktion in den letzten Tagen erreicht wurde. Die Auszahlungspreise bewegen sich aktuell um rund 38 Cent pro Kilogramm Milch. Erhöhte Betriebsmittelkosten für Energie, Futter und Betriebstechnik stehen dem gegenüber. Die wirtschaftliche Situation vieler Milchkuhbetriebe ist in der Folge angespannt, da der momentane Milchpreis diese Kosten nicht deckt“, fasst Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, die aktuelle Situation am Milchmarkt zusammen. So hält auch der Strukturwandel in der Milchviehhaltung unvermindert an: Die Zahl der Betriebe sinkt, während die verbleibenden Höfe unter wirtschaftlichem und regulatorischem Druck stehen. Insbesondere aufgrund wachsender Bürokratie sowie unsicherer politischer Rahmenbedingungen und steigender Anforderungen an Tierhaltung, Klima- und Umweltschutz.

„Die zentrale Frage ist, wie unsere Milchviehhalterinnen und -halter unter diesen Bedingungen dauerhaft wirtschaftlich arbeiten können. Der steigende Druck durch politische Auflagen und Bürokratie ist ein wesentlicher Treiber des Strukturwandels. Viele Maßnahmen sind aus Sicht der Praxis überzogen und senden ein falsches Signal für die Zukunft unserer regionalen Produktion“, erläutert Hubertus Beringmeier. Gleichzeitig hebt der Bauernpräsident die gesellschaftliche Bedeutung der Milchviehhaltung hervor: „Kaum ein anderer Bereich der Landwirtschaft prägt unsere Kulturlandschaft so positiv wie die Milchviehhaltung. Kühe auf der Weide stehen für regionale Landwirtschaft und nachhaltige Bewirtschaftung. Gleichzeitig vermitteln sie den Menschen ein Gefühl von Naturnähe, Entschleunigung und Erholung. Diese Form der landwirtschaftlichen Produktion braucht eine verlässliche Perspektive.“ Vor diesem Hintergrund fordert der Verband eine stärkere politische Unterstützung für die Branche: „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und Planungssicherheit schaffen. Weniger bürokratische Auflagen und mehr Praxisnähe sind entscheidend, um die Milchviehbetriebe in unserer Gunstregion zu erhalten und zu stärken“, so Beringmeier abschließend.