Appell zu Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein

WLV-Präsident Beringmeier: „Jeder Einzelne kann maßgeblich zur Bekämpfung beitragen!“
Münster <wlv> Wenn die Temperaturen steigen, lockt es wieder vermehrt Spaziergänger, Radfahrer und Ausflugsgruppen in die Natur des ländlichen Raums. Im Raum Olpe, Siegen-Wittgenstein und Hochsauerlandkreis handelt es sich nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im vergangenen Sommer in weiten Teilen um Gebiet, in dem die Viruserkrankung weiterhin grassiert. Mehrere hundert Wildschweine wurden hierzulande bisher positiv auf die Schweine-Krankheit getestet. Die Afrikanische Schweinepest ist ungefährlich für den Menschen. Für Schweine verläuft eine Infektion jedoch fast immer tödlich. Neben dem direkten Kontakt zu infizierten Wildschweinen gilt vor allem das Verhalten des Menschen als Hauptübertragungsquelle. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) appelliert daher erneut an die Bevölkerung, bei Ausflügen in die Natur achtsam und verantwortungsbewusst zu handeln. Jede und jeder Einzelne kann helfen, die Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern – etwa durch sorgsamen Umgang mit Speiseabfällen, Betreten von gekennzeichneten Wegen und das Anleinen von Hunden.
„Für uns hat der Schutz unserer Tiere und auch der Wildschweinbestände höchste Priorität. Wir haben ein besonderes Interesse daran, dass Seuchengeschehen effektiv und langfristig einzudämmen. Die Wildtierseuchenvorsorge-Gesellschaft leistet hierfür einen zentralen Beitrag und ist weiterhin 24/7 vor Ort im Einsatz. Auch jeder Einzelne kann maßgeblich zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest beitragen, etwa indem keine Speiseabfälle in die Natur geworfen werden. Diese werden von Wildschweinen aufgenommen, das Virus dadurch weiterverbreitet“, unterstreicht Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, das Anliegen des Berufsstandes. „Beim Betreten von Wäldern ist es wichtig, auf den gekennzeichneten Wegen zu bleiben und Hunde anzuleinen, um Kontakt zu Wildschweinen oder eine Verschleppung von Ausscheidungen zu vermeiden. Wir bitten um das Verständnis der Bevölkerung für notwendige Vorsichtsmaßnahmen, wie die Errichtung von Schutzzäunen und Sperrzonen, die zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest unverzichtbar sind“, so Beringmeier weiter.
Der Fund von toten oder auffälligen Tieren sollte unmittelbar mit Angabe des Standorts und gegebenenfalls mit Fotos bei der Bereitschaftszentrale des LAVE NRW (Tel.: 02 01/71 44 88) gemeldet werden. Mit der Gründung der Wildtierseuchenvorsorge-Gesellschaft und der Tierseuchenvorsorge-Gesellschaft sind wirksame Instrumente im Einsatz, um die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern (z.B. durch Zaun- und Dekontaminierungsmaterial, schnelle Kadaverbergung, Drohnen- und Hundestaffeln zum schnellen Absuchen der Sperrzone). Da eine Impfung nicht verfügbar ist und auch in absehbarer Zeit nicht verfügbar sein wird, ist der Schutz der Tiere und die Eindämmung der Seuchenausbreitung für Schweine haltende Betriebe die wichtigste Maßnahme.