Jakobskreuzkraut: Gefahr für Weidetiere nimmt weiter zu
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WLV-Präsident Beringmeier: „Konsequente Pflege von Straßenrändern ist zum Schutz unserer Tiere jetzt entscheidend!“
Münster <wlv> Das gelb blühende Jakobskreuzkraut breitet sich in vielen Regionen zunehmend aus und stellt eine wachsende Gefahr für die Landwirtschaft dar. Besonders entlang von Straßenrändern, Böschungen und wenig genutzten Flächen hat sich die Pflanze in den vergangenen Jahren stark vermehrt und gelangt von dort aus immer häufiger auf angrenzende Wiesen und Weiden.
Für Nutztiere wie Rinder und Pferde ist das Jakobskreuzkraut hochgiftig. Verantwortlich dafür sind sogenannte Pyrrolizidin-Alkaloide, die bei Aufnahme zu chronischen Leberschäden führen können. Besonders tückisch: Gelangt die Pflanze in gemähter und getrockneter Form in Heu oder Silage, wird sie von den Tieren nicht mehr erkannt. Vergiftungen bleiben zunächst unbemerkt und können im schlimmsten Fall tödlich enden.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzt sich der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) für eine konsequente Pflege öffentlicher Flächen ein. Dazu gehört insbesondere eine rechtzeitige Mahd von Straßenrändern – idealerweise noch vor Beginn der Blütezeit, die in der Regel Anfang Juni einsetzt. Auf diese Weise kann die Samenbildung verhindert und die weitere Ausbreitung deutlich reduziert werden.
„Die zunehmende Ausbreitung von Jakobskreuzkraut ist für unsere Tierhalterinnen und Tierhalter ein großes Problem. Es geht hier ganz konkret um den Schutz der Tiere, den Erhalt ihrer Gesundheit und die Qualität unserer Futtermittel“, betont Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. „Eine zentrale Herausforderung ist, dass sich die Pflanze vor allem über Straßenränder und öffentliche Flächen weiter ausbreitet und auf diese Weise landwirtschaftliche Flächen erreicht. Eine frühzeitige und regelmäßige Mahd ist eine vergleichsweise einfache, aber sehr wirkungsvolle Maßnahme. Damit leisten Städte, Gemeinden und Straßenbaulastträger einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Weideflächen und Tiere“, so Beringmeier. Der WLV hat daher bereits den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen sowie den Städte- und Gemeindebund NRW auf die Problematik aufmerksam gemacht und für entsprechende Maßnahmen sensibilisiert.
Neben der Pflege öffentlicher Flächen können auch landwirtschaftliche Betriebe selbst zur Eindämmung beitragen. Dazu zählt das konsequente Entfernen einzelner Pflanzen – idealerweise samt Wurzeln und nur mit Handschuhen – sowie eine angepasste Nutzung und Pflege der Flächen durch regelmäßige Mahd. In bestimmten Fällen kann auch der gezielte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln notwendig sein, um die Verbreitung nachhaltig zu unterbinden. Auch private Gartenbesitzer sollten aufmerksam sein: Jakobskreuzkraut wächst zunehmend in Vorgärten und wird aufgrund seiner auffälligen gelben Blüte nicht selten stehen gelassen.
„Was optisch attraktiv erscheint, entwickelt sich schnell zu einem Problem für die Umgebung“, warnt Beringmeier. „Von diesen Pflanzen aus kann sich das Jakobskreuzkraut unkontrolliert vermehren und über Samen in angrenzende Flächen ausbreiten – mit direkten Folgen für die Landwirtschaft. Nur durch ein gemeinsames Vorgehen aller Beteiligten können wir verhindern, dass sich das Jakobskreuzkraut weiter unkontrolliert ausbreitet. Der Schutz unserer Tiere und unserer landwirtschaftlichen Produktion muss hier oberste Priorität haben“, stellt Beringmeier klar.