Frauen in der Landwirtschaft: | 5. Februar 2026

Ministerin Gorißen im Austausch mit Agrar-Unternehmerinnen

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WLV-Präsident Beringmeier: „Frauen bringen Innovationen auf die Höfe, begründen neue Betriebszweige, übernehmen Verantwortung für Betrieb und Mitarbeitende“

Münster <wlv> Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt – ein starkes Signal für die Bedeutung, die Landwirtinnen weltweit in Ernährungssicherheit, Innovation und ländlicher Entwicklung einnehmen. In Anlehnung dazu rückt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) Themen von Frauen in der Landwirtschaft in den Fokus: Im Rahmen der AGRAR Unternehmertage (3. bis 6. Februar 2026) veranstaltet der WLV-Fachausschuss Landwirtschaftlicher Unternehmerinnen ein Netzwerktreffen „Zukunft säen“, an dem NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen teilnimmt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Perspektiven, Herausforderungen und Visionen von Frauen, die tagtäglich Verantwortung in landwirtschaftlichen Betrieben tragen. Gemeinsam mit NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen diskutieren sie darüber, wie die Rahmenbedingungen verbessert, Innovationskraft gestärkt und Netzwerke ausgebaut werden können.

„Immer mehr Frauen übernehmen Führungsverantwortung in landwirtschaftlichen Betrieben. Sie bringen Innovationen auf die Höfe, begründen neue Betriebszweige und übernehmen Verantwortung für Betrieb und Mitarbeitende. Frauen in der Landwirtschaft setzen wertvolle Impulse für eine nachhaltige Betriebsführung und wirken aktiv in Verbänden, Gremien und Vermarktungsstrukturen mit“, weiß Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. „Gerade Unternehmerinnen verbinden unternehmerisches Denken mit sozialem Verantwortungsbewusstsein und technischer Offenheit. Sie treiben Themen wie Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, Direktvermarktung oder neue Arbeitsformen voran. Ich begrüße es sehr, dass die Unternehmerinnen ihre Ideen und Ansätze auch über unseren Fachausschuss einbringen“, so Beringmeier weiter.

Deutschlandweit werden laut statistischen Berechnungen bisher lediglich 11 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe von Frauen geleitet. Auf der Veranstaltung thematisieren Unternehmerinnen aus Westfalen-Lippe, wie weibliche Perspektiven Innovationsprozesse beschleunigen, warum gezielte Förderung und Anerkennung wichtig sind, wie Netzwerke Mut machen und neue Wege eröffnen, und welche politischen sowie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es braucht, um das Potenzial von Frauen voll auszuschöpfen.

„Rund ein Drittel der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sind Frauen, doch nur jeder neunte Betrieb wird von einer Frau geleitet“, so Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen. „Gerade Frauen sind oft Impulsgeberinnen für neue Wege bei Vermarktungskonzepten, Bewirtschaftungsweisen oder Betriebszweigen. Meistens sind es die Frauen, welche die Arbeit im Betrieb, Familie und Ehrenamt stemmen. Und doch ist das Rollenmuster oftmals im Agrarbereich noch sehr traditionell und damit männlich geprägt. Es ist an der Zeit, die Hofnachfolge durch eine Frau als genauso selbstverständlich wie durch einen Mann anzusehen. Unternehmerinnentage tragen dazu bei, wertvolle Netzwerke aufzubauen, Unternehmerinnen mit Vorbildfunktion zu zeigen und zugleich das Bewusstsein für die Notwendigkeit der finanziellen Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft zu schärfen“, sagt NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen.

Der WLV-Fachausschuss landwirtschaftlicher Unternehmerinnen wurde im Januar 2023 gegründet und lädt am 5. Februar 2026 zum WLV-Netzwerktreffen für Agrarunternehmerinnen.