Wolfsrisse belasten Weidetierhalter | 22. April 2026

WLV fordert unverzügliche Entnahme von Problemwölfen

Sorgen sich um die Weidetierhaltung (v.l.n.r.): Bernd Eichert, Julian Quast und Hubertus Beringmeier.
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WLV-Präsident Hubertus Beringmeier: „Wolfsrisse sind keine Ausnahme mehr!“

Münster <wlv> Die Weidetierhalter im Raum Olpe sowie in Südwestfalen insgesamt sind in großer Sorge um ihre Tiere und den Fortbestand der Weidetierhaltung. Erst kürzlich hatte es in Scheiderwald/Wenden mehrfach Schafrisse gegeben, die Betroffenheit auf den Betrieben ist groß. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) unterstreicht im Rahmen eines Pressegesprächs die Forderung nach einer unverzüglichen Entnahme von Problemwölfen, um die Sicherheit von Weidetieren kurzfristig sicherzustellen. Demnach müssen die mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes geschaffenen Möglichkeiten zur Wolfsregulierung nun ohne weitere Verzögerung in der Praxis umgesetzt werden.

„Was wir hier erleben, ist längst Alltag für viele Betriebe – insbesondere in den Mittelgebirgsregionen wie hier im Kreis Olpe. Wolfsrisse sind keine Ausnahme mehr. Die Weidetierhalter brauchen jetzt wirksamen Schutz und vor allem schnelles Handeln der zuständigen Behörden. Wenn Wölfe den Grundschutz überwinden oder dort Schafe reißen, wo ein solcher Schutz nicht zumutbar ist – wie in weiten Teilen der höheren Lagen Südwestfalens –, dann müssen diese Wölfe unverzüglich entnommen werden können“, unterstreicht Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, die zentrale Forderung des Verbandes. Mit der Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz sind die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen worden, um Problemwölfe deutlich schneller und rechtssicher zu entnehmen. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband begrüßt diese Weichenstellung ausdrücklich, macht aber auch deutlich, dass das Gesetz nun unverzüglich zur Anwendung gebracht werden muss.  

Schafhalter Julian Quast aus Scheiderwald/Wenden im Kreis Olpe ist erst vor wenigen Tagen Zeuge von Wolfsrissen auf seinem eigenen Betrieb geworden und schildert eindrücklich: „Sechs tote Schafe – das ist nicht nur ein finanzieller Verlust. Es sind Tiere, für die man Verantwortung trägt. Nach so einem Angriff bleibt ein Gefühl von Hilflosigkeit und permanenter Unsicherheit. Wir brauchen dringend Regelungen, um unsere Tiere wirklich schützen zu können.“ Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weist darauf hin, dass jedes Rissereignis die betroffenen Tierhalter stark belastet, manche denken demnach über die Aufgabe des Betriebs nach – mit fatalen Folgen für Landschaftspflege, Biodiversität und den ländlichen Raum.

Der WLV‑Wolfsbeauftragte Bernd Eichert, selbst Tierhalter in Wenden, unterstreicht die Dringlichkeit eines beschleunigten Vorgehens bei der Umsetzung des Bundesjagdgesetzes: „Nach einem Riss muss sofort gehandelt werden. Die notwendigen Feststellungen müssen unverzüglich getroffen werden, damit schon in der auf das Rissereignis folgenden Nacht ein Abschuss im gesetzlich vorgesehenen Radius möglich ist. Nur so besteht eine realistische Chance, genau den Wolf zu entnehmen, der für den Schaden verantwortlich ist.“ Bürokratische und langwierige Verfahrensabläufe seien dabei nicht akzeptabel, so Eichert weiter. „Bereits das Erscheinungsbild eines Rissereignisses muss als ausreichende Grundlage dienen, um dieses einem Wolf zuzuordnen und die Voraussetzungen für eine Entnahme festzustellen. Wölfe kehren erfahrungsgemäß in den Tagen nach einem Riss an den Ort des Geschehens zurück – diese Zeit muss genutzt werden.“

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband fordert, bei der Umsetzung des Bundesjagdgesetzes insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Unverzügliche Feststellung von Wolfsrissen und unbürokratische Verfahrensabläufe

  • Möglichkeit zur unverzüglichen Entnahme von Problemwölfen nach Rissereignissen

  • Zeitnahe Aufstellung der vom Bundesjagdgesetz vorgesehenen verpflichtenden Managementpläne, die Ausweisung unzäunbarer Weidegebiete und eine feste Entnahmequote von 40 Prozent des jährlichen Nachwuchses

 

Weitere Presseinformationen finden Sie hier:

WLV-Forderung zur Entnahme von Problemwölfen
21.04.2026
Dateigröße: 71 KB
Info-Grafik Wolfszahlen 2024/2025 (Quelle: Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW))
21.04.2026
Dateigröße: 94 KB
Info-Grafik Schafbestand 2024 (Quelle: Statistisches Bundesamt)
21.04.2026
Dateigröße: 425 KB
Betriebsspiegel von Hof Franz-Josef und Julian Quast GbR, Scheiderwald (Kreis Olpe)
21.04.2026
Dateigröße: 559 KB
Informationen zur Landwirtschaft in Westfalen-Lippe
21.04.2026
Dateigröße: 399 KB