Tiergesundheit und Hygiene | 15. Mai 2026

WLV fordert praktikable Regeln für die Bekämpfung von Schadnagern

Neue Vorgaben zur Schadnagerbekämpfung sorgen für Kritik. Der WLV warnt vor mehr Bürokratie und fordert praktikable Lösungen für Betriebe.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) macht auf die hohe Bedeutung einer wirksamen und fachgerechten Schadnagerbekämpfung in der Landwirtschaft aufmerksam. Hintergrund sind neue gesetzliche Vorgaben und steigende Gesundheitsrisiken durch Ratten und Mäuse. Besonders die Gefahr einer Übertragung des Hantavirus rückt stärker in den Fokus.

Schadnager verursachen große Schäden an Vorräten, Gebäuden und technischen Anlagen. Gleichzeitig können sie zahlreiche Krankheiten übertragen.

Neue Sachkunde ab 2027 vorgesehen

Mit der geplanten Novellierung der Gefahrstoffverordnung kommen zusätzliche Anforderungen auf Betriebe zu. Ab dem 28. Juli 2027 reicht der bisherige Sachkundenachweis Pflanzenschutz nicht mehr aus, um bestimmte Rodentizide anzuwenden oder zu kaufen.

Künftig soll gelten:

  • Zusätzliche Spezial-Sachkunde ist notwendig.

  • Ein mehrtägiger Lehrgang mit Prüfung ist vorgesehen

  • Betroffen sind Mittel mit blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen

WLV Bild

Wir fordern, die Schulungsinhalte als Zusatzmodul an die Sachkunde Pflanzenschutz anzugliedern und den zeitlichen Umfang deutlich zu reduzieren. Unsere Betriebe sind bereits heute sachkundig und verantwortungsvoll im Umgang mit Rodentiziden.

Michael Uckelmann
WLV-Vizepräsident

Der WLV kritisiert die geplanten Regelungen als zu bürokratisch. Der Verband betont, dass Landwirtinnen und Landwirte bereits heute verantwortungsvoll mit Rodentiziden umgehen. Der Verband fordert deshalb praxisgerechte Lösungen. Ziel müsse sein, Gesundheitsschutz und wirksame Bekämpfung miteinander zu verbinden.

Bedeutung für Betriebe in Westfalen-Lippe

Für viele Betriebe in NRW bedeutet die geplante Änderung mehr Aufwand bei Schulungen und Dokumentation. Besonders tierhaltende Betriebe müssen Schadnager konsequent kontrollieren, um Hygienevorgaben einzuhalten und Schäden zu vermeiden. Der WLV sieht die Gefahr, dass zusätzliche Hürden die praktische Bekämpfung erschweren. Das könnte Folgen für Tiergesundheit, Lagerhaltung und Betriebssicherheit haben.

Schadnager sind Nagetiere, die in Landwirtschaft, Vorratshaltung oder Gebäuden Schäden verursachen oder Krankheiten übertragen können. Dazu zählen vor allem Wanderratten, Hausratten und Hausmäuse.

Schadnager können:

  • Futtermittel verunreinigen

  • Kabel und Technik beschädigen

  • Stallbrände durch angenagte Leitungen auslösen

  • Krankheitserreger übertragen

  • Hygieneprobleme verursachen

Für landwirtschaftliche Betriebe sind Schadnager besonders problematisch, weil sie Kontakt zu Futterlagern, Ställen und Tieren haben.

Was tun gegen Schadnager?

Zu einer wirksamen Schadnagerbekämpfung gehören:

  • Sauberkeit rund um Stall und Lager

  • Verschlossene Futtermittel

  • Kontrolle von Schlupflöchern

  • Regelmäßige Monitoring-Systeme

  • Köderstationen und Fallen

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