Bauerntag 2026 | 25. Juni 2026

Freiburger Erklärung mit klaren Forderungen an Brüssel

Deutsche Bauernfamilien verlangen eine starke Gemeinsame EU-Agrarpolitik und 500 Milliarden Euro ab 2028.

Beim Deutschen Bauerntag 2026 verabschieden die Delegierten des Deutschen Bauernverbandes (DBV) mit großer Mehrheit die „Freiburger Erklärung“ zur Zukunft der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik.

Darin bezeichnen sie die Vorschläge aus Brüssel zur Zukunft des EU-Haushalts als eine Fehlentwicklung. Jetzt brauche es schnell politische Lösungen. Die deutschen Bauernfamilien fordern unter anderem:

  • ein inflationsfestes Agrarbudget in Höhe von 500 Milliarden Euro,

  • die klare Ablehnung von Degression und Kappung sowie

  • echten Bürokratieabbau, der bei den Betrieben ankommt.

Die europäischen Entscheidungsträger, aber auch Bundestag und Bundesregierung sowie die Länder, tragen jetzt eine besondere historische Verantwortung, einer Schwächung der GAP frühzeitig politisch gegenzusteuern.

WLV Bild

„Die GAP ist weit mehr als ein Ausgabenposten: Sie ist systemrelevante europäische Sicherheitspolitik – für Einkommenssicherung, Marktstabilisierung, verlässliche Lebensmittelversorgung und die Stärkung ländlicher Räume.

Aus der Freiburger Erklärung des Bauerntags 2026

Die Delegierten betonen im einvernehmlich verabschiedeten Text:

  • Die Europäische Union, der Binnenmarkt und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) sind Rückgrat und Grundvoraussetzung für eine produktive Landwirtschaft und lebendige ländliche Räume in Deutschland und Europa.

  • Die europäische Integration und die GAP sind historische Erfolgsgeschichten, deren positive Wirkung es zu bewahren gilt.

  • Auch zukünftig unterstützen die Landwirte eine Europäische Union, die für Frieden, Freiheit, Solidarität, Wohlstand sowie unternehmerische Freiheit steht und zugleich die europäischen und deutschen Bauernfamilien wertschätzt.

  • Jetzt gilt es, die Unabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit der heimischen und europäischen Versorgung mit Lebensmitteln zu stärken.

  • Als agrarische Gunststandorte tragen Deutschland und die EU besondere Verantwortung für eine stabile globale Agrarproduktion.

Die deutschen Landwirtinnen und Landwirte legen in der „Freiburger Erklärung“ ein klares Bekenntnis zu Europa zugrunde und machen deutlich, dass eine starke europäische Agrarpolitik Voraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft, lebendige ländliche Räume und ein handlungsfähiges Europa ist.

Um auch künftig ein robustes Fundament für die Landwirtschaft in Europa zu sichern, müssen die GAP gestärkt, wettbewerbsfähige Strukturen weiterentwickelt, landwirtschaftliche Flächen gesichert sowie die wirtschaftliche und soziale Stabilität der ländlichen Räume gefördert werden.