Bauerntag 2026 | 25. Juni 2026

Beringmeier: Tierhaltung braucht jetzt einen Kurswechsel

Hubertus Beringmeier redet Klartext im Forum „Tierhaltung zwischen Anspruch und Realität – Worauf kommt es jetzt an?“ . (Bildquelle: Stelzer, topagrar.com)

Hubertus Beringmeier drängt im Forum "Tierhaltung" auf weniger nationale Sonderwege, einen konsequenten Bürokratieabbau und deutlich schnellere Genehmigungen.

Die wirtschaftliche Lage vieler Tierhalter spitzt sich weiter zu. Beim Forum „Tierhaltung zwischen Anspruch und Realität“ dreht sich die Diskussion weniger um neue Tierwohlstandards als um die Frage, ob unter den aktuellen Rahmenbedingungen überhaupt noch in die Tierhaltung investiert wird.

WLV-Präsident Hubertus Beringmeier, im DBV für die Veredlungspolitik zuständig, machte deutlich, dass viele Schweinehalter trotz Grillsaison und stabiler Nachfrage keine kostendeckenden Erlöse erzielen. Nach seinen Worten decken die Erlöse vielerorts nicht einmal die variablen Kosten.

Investitionen bleiben aus

Besonders kritisch sieht Beringmeier die fehlende Investitionsbereitschaft. Viele Ställe müssten in den kommenden Jahren modernisiert oder neu gebaut werden. Unter den aktuellen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechne sich das für viele Betriebe jedoch nicht mehr. „Der Kipppunkt wird kommen, wenn wir nicht ganz schnell neue Lösungen finden", warnt Beringmeier. Nach seiner Einschätzung gefährdet der Investitionsstau nicht nur die Tierhaltung selbst, sondern die gesamte Wertschöpfungskette – von der Futtermittelwirtschaft über Schlachtung und Verarbeitung bis zum Lebensmitteleinzelhandel.

WLV fordert klare Perspektiven

Der WLV-Präsident fordert einen politischen Kurswechsel. Aus seiner Sicht braucht es weniger nationale Sonderwege, einen konsequenten Bürokratieabbau und deutlich schnellere Genehmigungsverfahren. Nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen würden Betriebe wieder investieren und die nächste Generation eine Zukunft in der Tierhaltung sehen.