Bauerntag 2026 | 26. Juni 2026

DBV-Präsident fordert klare Entlastungen für die Landwirtschaft

DBV-Präsident Joachim Rukwied bei seiner Grundsatzrede vor den Delegierten des Bauerntags in Freiburg.

Weniger Bürokratie, mehr Wettbewerbsfähigkeit und eine starke Agrarpolitik: Diese Forderungen stellte Joachim Rukwied in den Mittelpunkt seiner Rede.

Politikwechsel jetzt umsetzen

In seiner Grundsatzrede zum Auftakt des Deutschen Bauerntages 2026 in Freiburg hat DBV-Präsident Joachim Rukwied die Bundesregierung zu einem spürbaren Politikwechsel und der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit aufgefordert. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen kurzfristig spürbare Entlastungen – das müssen steuerliche Erleichterungen und ein echter Bürokratieabbau sein“, betont Rukwied. „Die aktuelle Flut an Vorschriften und Dokumentationspflichten bremst Investitionen und schwächt unsere Innovationskraft.“

Zukunft der Tierhaltung sichern

Ein Schwerpunkt der Rede war die Zukunft der Tierhaltung. Rukwied forderte kurzfristig zusätzliche Mittel für Sauenhalter. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe habe sich innerhalb eines Jahrzehnts halbiert. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden, damit die Tierhaltung in Deutschland eine Zukunft habe. „Wenn man die Schweinehaltung in Deutschland erhalten will, dann braucht es jetzt sofort mindestens 200 Millionen Euro für die Sauenhalter, um den Betrieben noch eine Perspektive zu bieten."

Klare Forderungen an Europa

Mit Blick auf die anstehenden Entscheidungen zur EU-Agrarpolitik sprach sich der Bauernpräsident für eine starke und eigenständige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) aus. Der Mehrjährige Finanzrahmen der Europäischen Union müsse ausreichend ausgestattet werden. Kürzungen der Direktzahlungen durch Kappung oder Degression lehnt der DBV weiterhin ab. Auch die Entwicklung ländlicher Räume müsse ein fester Bestandteil der europäischen Politik bleiben.

Der DBV bekräftigte seine Bereitschaft, notwendige Veränderungen mitzugestalten. Voraussetzung seien jedoch praxistaugliche politische Entscheidungen und verlässliche Rahmenbedingungen. Rukwied bekannte sich zudem ausdrücklich zu Demokratie, einem starken Europa sowie zum offenen Dialog und grenzte sich von spalterischen Tendenzen ab.

Bedeutung für Betriebe in Westfalen-Lippe

Für die landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Westfalen-Lippe greifen viele der angesprochenen Themen unmittelbar den Betriebsalltag auf. Weniger Bürokratie, verlässliche Förderbedingungen, eine wirtschaftlich tragfähige Tierhaltung und eine starke Finanzierung der GAP gehören auch aus Sicht des WLV zu den entscheidenden Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft.

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